„Wenn ich wütend bin“ – Ein kunterbuntes Mitmachbuch #Rezension

Rezension*

Was macht ihr, wenn ihr wütend seid? Ich musste einen kleinen Moment darüber nachdenken. Bewusst kann ich jetzt nämlich nicht im ersten Moment ausmachen, wie ich versuche meine Wut zum Abklingen zu bekommen. Wenn ich aber ein bisschen in mich gehe, komme ich zu der Erkenntnis, dass ich mich meist zurück ziehe. Wenn ich wütend bin, schlucke ich meinen Ärger oft runter und verziehe mich irgendwo hin, wo ich ein paar Momente für mich sein kann. Meist sitze ich dann in irgendeinem Zimmer und mache etwas, was ich schon eine Weile vor mir herschiebe. Wäsche zusammen legen zum Beispiel, oder einen Schrank aussortieren. Dabei werde ich nach und nach etwas ruhiger, kann dabei überlegen, warum ich so wütend bin und alles nochmal überdenken. 

Wie geht ihr damit um?

„Wenn ich wütend bin“ von Nanna Neßhöver

Das kleine Äffchen Wim ist wütend. Der Tag findet keinen guten Anfang. Erst ist er viel zu müde, dann stellt ihm seine Mutter auch noch das falsche Frühstück hin und die Banane fällt ihm am Ende auch noch aus seinem Baumhaus. Alles doof quasi und Wim merkt, wie in seinem Bauch die Wut immer größer und größer wird. 

Doch wie bekommt das kleine Äffchen seine Wut nun wieder unter Kontrolle? Nach und nach zeigen ihm die Tiere aus dem Dschungel, was sie tun, wenn sie wütend sind. Das Tigermädchen brüllt zum Beispiel ganz laut und der Gorilla trommelt so stark auf seine Brust, dass der ganze Dschungel erzittert.

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Jeder hat seine eigene Art, um mit Wut umzugehen.

Das lernt Wim im Laufe der Geschichte, nachdem er nach und nach auf verschiedene Bewohner des Dschungels trifft. Ganz toll finde ich hier die Idee, dass das Buch zum Mitmachen einlädt und die Leser mit einbezieht. So wird das bunter Kinderbuch zu einem Mitmachbuch, mit dem wir gemeinsam laut brüllen, auf die Brust trommeln, auf dem Boden aufstampfen, mit dem Finger ganz schnell sind und noch vieles mehr. Die Ideen der Tiere werden in verschiedene Aktionen „umgewandelt“, die der Leser gemeinsam mit den Tieren dann ausprobieren und erleben kann.

Und findet Wim am Ende eine Lösung gegen seine Wut?

Nach und nach bessert sich die Wut bei Wim, doch wütend ist er immer noch. Zumindest bleibt so ein komisches Gefühl im Bauch. Bis er auf das Faultier trifft, das glatt noch wütender ist, als er selber und Wim versucht herauszufinden, welchen Tipp er dem Faultier geben könnte, um nicht länger verärgert zu sein.

Ein schönes Kinderbuch mit vielen kleinen Besonderheiten.

Allem voran sind es sicher die schönen und farbenfrohen Illustrationen von Eleanor Sommer, die die Geschichte von Nanna Neßhöver untermalen und ihnen Leben einhauchen. Aber auch die Idee den Leser die verschiedenen Methoden mitmachen zu lassen ist ganz toll und macht dieses Buch, wie ich finde, zu einem tollen Instrument bei Wut für Kinder.

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Am Ende des Buches äußert sich auch nochmal Dr. Hans Hopf zum Thema Gefühle und Wut und der Leser findet zudem noch ein Wut – Türschild, dass er ausschneiden und an seine Tür hängen kann, wenn er mal wütend ist und seine Ruhe braucht. Eine schöne Idee, oder?

Die Altersempfehlung für „Wenn ich wütend bin“ liegt übrigens bei 3 Jahren aufwärts, lässt sich meiner Meinung nach durchaus aber auch schon früher gemeinsam mit Kindern „erleben“. Auf 48 bunt illustrierten Seiten können die Leser eine Menge über Wut und Gefühle und deren Bewältigung lernen und dem Affen Wim dabei Gesellschaft leisten, als er sich damit auseinander setzen und den richtigen Weg für sich finden muss.

*Anmerkung: Das Buch wurde uns vom Carlsen Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Das Copyright liegt bei Carlsen.

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