Ein Tag, der für die Mülltonne ist #ausdemAlltag

Tag

Die Nacht war bescheiden. Immer wieder wurde ich wach, weil sich das eine Auge verklebt anfühlte. Gut, verklebt ist vielleicht nicht das richtige Wort. Eher etwas verkrustet. Allergie lässt grüßen. Es geht dann wohl mal wieder los. Schminke kann ich für die nächsten 4 Wochen in der Schublade lassen, weil ich entweder eh alles aus dem Gesicht träne oder reibe, weil alles juckt und zwickt. Ihr kennt das Dilemma sicherlich. Der Mann würde jetzt sagen “Du braucht doch keine Schminke, du siehst auch so gut aus” (hachja, ich liebe diesen Mann), aber doch, für mein Ego lege ich immer ein wenig auf (viel ist es eh nie). Sehe ich halt müde und aufgequollen aus. Was solls. 

Mit diesem ersten Fakt des Tages konnte ich mich erst einmal abfinden…

Immerhin kenne ich das schon aus den vorherigen Jahren, auch wenn es irgendwie erst als Teenager schlimmer wurde mit den Pollen bei mir. Der Juni ist meist der schlimmste Monat für mich in der Hinsicht. Also absehbar irgendwie und jetzt wo die Sonne endlich scheint und es milder wird einfach mal normal. Was hingegen nicht normal ist, wenn man dann total müde und matschig vor Schreck aus dem Bett springt als der Wetter klingelt und schnell das Schulkind wach macht. Präsenztag in der Schule. Noch ist ja Wechselunterricht und wir wollen mit dem Fahrrad dorthin fahren. Gut, DAS ist alles noch normal.

Nicht normal ist dann aber der Satz “Mama, die Katze hat gerade das Trockenfutter ausgekotzt”. Urgs… ich komme (immer noch total matschig in Kopf und Gesicht) aus der Küche geschlürft, wo ich gerade die Brotdose packen möchte und schaue auf einen großen ekeligen Flatschen Futter. Yeahi… 

Also hoch zum Mann. Inzwischen schaut mich das kleine Kind verschlafen an, das eigentlich noch Zeit hat. Ich hebe es aus dem Bett und trage es rüber zum Mann, damit die beiden noch ein wenig kuscheln können. “Die Katze hat gerade gekotzt” informiere ich den Mann und schlürfe weiter ins Bad. Ich höre noch ein “Na super” aus dem Schlafzimmer.

10 Kilometer Fahrweg liegen an diesem Tag vor mir

Wenn wir mit dem Rad zur Schule fahren, habe ich jeden Tag ca. 20 km, die ich radeln darf. Immerhin habe ich so etwas Bewegung an der frischen Luft und wir müssen nicht mit den Öffentlichen fahren. Das versuche ich derzeit noch zu vermeiden. Erst im Winter habe ich gemerkt, wie massiv meine App ausschlug wegen vieler (nicht gefährlicher) Kontakte. Man muss ja nichts unnötig riskieren, nicht wahr?

Bis dahin fühlt sich erst einmal alles wieder normal an. Wir kommen gut und pünktlich los, kein Reifen ist platt und es ist auch nicht eisig kalt. Wir radeln also zur Schule. Der große Sohn hat gute Laune, denn sein Lieblingsfach Sport stehen auf dem Plan. Das heitert ihn immer sehr auf. Auf dem Rückweg klingelt dann auf halben Weg mein Handy. Die Schule ruft an. Kurzer Herzstillstand. Es war doch eben alles gut mit dem Sohn, was ist nun in so kurzer Zeit passiert. “Keine Sorge, es ist nichts Schlimmes” beruhigt mich die Sektretärin direkt, doch der Sohn habe etwas Wichtiges für die Schule vergessen, ob ich ihm das noch schnell bringen könne.

Das Kind hat Glück. Ich kann…

Tag

Und dann springt plötzlich die Kette raus…

Ich rase also nach Hause. Oder versuche es zumindest. Mitten drin auf einmal ein klackern und rasseln und ich kann plötzlich treten wie ich will. Das Rad kullert seinen Weg aus und ich komme nicht weiter. Die Kette ist rausgesprungen. Ich schreibe also den Mann. Ich brauche länger nach Hause. “Mist” schreibt er nur zurück und ich sitze auf dem staubigen Weg und versuche die Kette wieder einzufädeln. Ich schwitze, mir ist warm und ich fühle mich gehetzt. 

Nach einer gefühlten Ewigkeit gelingt es mir dann doch (übrigens schneller als gedacht) und ich komme doch noch rechtzeitig zu Hause an, um den kleinen Sohn in die Kita zu begleiten. Vorher hole ich noch fix das Benötigte vom großen Sohn und lade es auf das Rad in der Hoffnung, dass es dieses Mal besser mitspielt. Der kleine Sohn freut sich, ich schiebe ihn auf meinem Rad zur Kita. Kommt selten genug vor und seitdem ich den Kindersitz abmontiert habe ist schon eine Weile vergangen.

Von der Kita aus fahre ich also erneut meine lange Strecke, liefere das Gebrauchte wie besprochen im Sekreteriat ab und düse wieder nach Hause. 

Schnell etwas essen und dann weiter

Ich sitze das erste Mal seit 6.30 Uhr an diesem Morgen. Inzwischen ist es 9.30 Uhr. Der Magen meldet sich auch merkbar und so schmeiße ich mir schnell ein Brötchen und eine Tasse Kakao ein, denn als nächstes muss ich den Wocheneinkauf erledigen. Und … achja, da war ja was mit der Katze. Kurzer Check, aber Felis schaut mich herausfordernd und hungrig an. “Die ist ganz schön frech”, erzählt der Mann, der wohl schon einige Auseinandersetzungen während seines Homeoffice mit der Dame an dem Morgen hatte. Aber wir schonen erst einmal den Magen und schauen, was da los ist. Sie trinkt, spielt und kuschelt. Alles gut soweit. Also ab zum Einkauf…

Pünktlich zum Mittagessen bin ich wieder zurück, verpacke die Einkäufe (und ganz wichtig – EIS), hänge die Wäsche in den Garten und helfe dabei den Pool aufzudecken. Ohje, das Wetter hat das Wasser nicht gut aussehen lassen. Alles grün. Hoffentlich bekommen wir das wieder hin. Zwischendurch piept ununterbrochen mein Handy. Ich scheine an diesem Tag sehr interessant und wichtig zu sein. Ich stelle bestimmte Nachrichten irgendwann auf lautlos, um nicht endgültig zu platzen.

Etwas Haushalt und Mittagessen vorbereiten und dann schon wieder ab aufs Rad, um den Sohn an der Schule wieder einzusammeln. Um 15 Uhr bin ich an diesem Tag so durch mit den Nerven, dass ich mich eigentlich nur noch hinlegen will. Vorher schaffe ich es aber noch direkt in einen dicken Flatschen Vogelkot zu greifen, um den Tag perfekt zu machen. 

Am Nachmittag laufe ich quasi nur noch auf Leerlauf und bin froh, als ich abends auf dem Sofa mit einer Schüssel Eis sitzen kann. 

Wann hattet ihr das letzte Mal so einen Tag für die Mülltonne?

2 Kommentare zu „Ein Tag, der für die Mülltonne ist #ausdemAlltag“

    1. DA hast du absolut recht, aber ich hatte irgendwie das Bedürfnis Dampf abzulassen und es ist auch wichtig ab und zu mal zu zeigen, dass nicht immer alles glatt läuft :) Es waren auch alles nur Kleinigkeiten,”Luxusprobleme”, aber gehäuft macht es so einen Tag echt auch mal ätzend. Dafür fühlte sich der Tag danach direkt viel entspannter an :)

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