[Mmi] Warum ich nicht ohne meine Kinder sein möchte!

 

Kinder

“Du brauchst nur etwas zu sagen”, wird mir oft angeboten, “dann komme ich und nehme Dir die Kinder für ein paar Stunden ab”. Ein total liebes Angebot. Definitiv und viele nehmen so etwas auch wirklich gerne an. Aber soll ich Euch mal ein Geheimnis verraten? Ich möchte überhaupt nicht ohne meine Kinder sein.

Kinderfrei? Nicht mit mir!

Viele Eltern nutzen das wirklich gerne. Diese Möglichkeit von Babysitter, Omas und Opas und Freundschaften, wo man die Kinder mal abgeben kann, damit man etwas Zeit für sich hat. Es ist toll, dass es diese Möglichkeiten gibt und nicht jeder hat sie so ohne Weiteres zur Hand.

Ziemlich schnell habe ich jedoch gemerkt, dass ich mich total gerne mit meinen Kindern umgebe und bevor ich sie irgendwo abgebe, damit ich Zeit für mich habe, verbringe ich diese Zeit lieber mit ihnen. Mag sein, dass ich sie dadurch irgendwie auch an mich binde, aber ich sehe deutlich, dass sie es genießen.

Auch wenn ich an manchen Tagen die Quittung dafür kriege, weil der Große zum Beispiel eben lieber auch mit mir spielt, als mit anderen Kindern. Fatal *seufz*…

Meine Kinder sind meine besten Freunde

Ich sprach mal mit einer anderen Mutter. Was ich so den ganzen Tag mit den Kindern machen würde, fragte sie mich. “Oooch”, anwortete ich, “ich male und bastel total gerne mit ihnen. Manchmal singen wir auch und hören dabei Musik. Wir gehen spazieren und sammeln Dinge aus der Natur oder machen schöne Ausflüge”. Da merke man die Erzieherin in mir, meinte sie nur dazu. Und für sie wäre das ja so gar nix. Sie bastelt nicht gerne, malt nicht gerne. Backen auch nur, wenn sie muss usw. Wie verschieden man sein kann, oder?

Ich hab das alles schon immer, auch als Kind, total gerne gemacht. Als ich dann selber Mutter wurde, konnte ich diesen Zeitpunkt, wo meine Kinder alt genug für sowas waren, kaum abwarten. Ich freute mich auf das gemeinsame Malen, das gemeinsame Basteln, das Singen und Suchen, Lachen und Tanzen. Ich hatte über die Jahre hinweg Ideen und Materialien gesammelt, die ich dann alle nutzen wollte. Unbegreiflich, wie man so etwas nicht gerne machen kann. Also mir zumindest. Aber da hat eben jeder seine eigenen Stärken und Vorlieben. Und ich glaube nicht, dass das etwas mit meiner Erzieher – Ausbildung zu tun hat.

Gemeinsam mit den Kindern die Welt entdecken…und auch loslassen können

“Soll ich sie Dir mal abnehmen”, wieder diese Frage. Als ob man mich entlasten würde. Tut man aber gar nicht. Es belastet mich eher. Ich vermisse meine Kinder dann und freue mich, wenn sie endlich wieder bei mir sind. Wer weiß, wie lange sie noch Zeit mit mir verbringen wollen. Und ich kann so vieles noch von ihnen lernen, bevor der Alltag sie einholt und ihnen die Zeit zum kindlichen Entdecken nimmt.

Ich genieße die Zeit, die ich mit meinen Kindern habe. Irgendwann wird dieser Tag kommen, an dem sie mir sagen, dass sie erst abends nach Hause kommen, den ganzen Tag bei einem Freund sind, vielleicht dort übernachten. Alleine verreisen und mir irgendwann mitteilen, dass sie nun ausziehen wollen (auch wenn der Miniheld aktuell noch das Gegenteil behauptet: “Mama, ich werde für immer bei Euch bleiben!”). Diese Tage werden kommen und dann wird es so sein, wie es halt sein soll: Sie führen ihr eigenes Leben und wir stellen nur noch einen Anteil davon dar. Wir groß dieser sein wird, das zeigt die Zeit. Immerhin ist es nicht mehr so selten, dass Kinder auch auswandern, in andere Städte ziehen um zu studieren usw…. da ist jede Minute kostbar!

Und deshalb werdet Ihr mich (aktuell noch) eher selten ohne meine Kinder irgendwo antreffen und ich glaube, das ist auch gut so. Oder was meint Ihr?

sari-unter

19 Kommentare zu „[Mmi] Warum ich nicht ohne meine Kinder sein möchte!“

  1. Liebe Sari,

    ich finde es total super, dass du so fühlst. Ich musss gestehen, ich hätte doch ab und zu doch gerne mal jemanden der mir die Kinder abnimmt, ich freue mich dann zwar auch total sie wieder bei mir zu haben, aber ich bin eigentlich ganz gut im “Loslassen” und freue mich über jeden ihrer Schritte zu mehr Selbstständigkeit. Andererseits hast du recht, die Zeit vergeht wirklich schnell und man sollte es genießen. Ich verstehe Mütter auch nicht, die nicht gerne Basteln, Kochen, Spielen, Tanzen und Singen. In gewissem Maß macht das doch alles Spass. Man muss es ja nicht übertreiben ;)

    Liebe Grüße
    Ella

    1. Ich würde mir halt nur wünschen, dass der Miniheld sich öfter mal mit Gleichaltrigen verabreden würde, ansonsten finde ich es schön so wie es ist

  2. Ich sehe es ähnlich. Mini-Me hängt sehr an mir und möchte manchmal nicht zu Papa oder Oma. Von Außenstehenden bekomme ich dann gesagt, dass man die Kinder auch abgeben muss. Aber wieso sollte ich mein Kind, was derzeit einfach verstärkt meine Nähe benötigt, dann trotzdem abgeben.
    Und ich finde, dass du recht hast. Die kleinen werden sooo schnell groß, genieß jede Sekunde mit Ihnen!

  3. Ich bin soooo froh, wenn ich kinderfrei bin. :D
    Vor allem, wenn ich mal ins Kino kann mit dem Mann. Sehr selten. Sohn 2.0 schlief noch nie woanders (soll er aber mal, bevor er zur Geburt zur Oma geht, ich bin gespannt).
    Ich brauche viele Freiheiten, da kommt ein Kinoabend genau richtig. :)
    Die ganze Zeit von Kindern umringt? Nääää!
    Liebe Grüße
    Sarah

  4. Ich hab eher Eltern im Freundeskreis, die ihre Kinder schnell mal weggegeben haben an Tante/Oma/Opa und sehr froh sind, wenn sie mal alleine was machen können bzw. mit Freunden abends.
    Ich persönlich war selber ganztags im KiGa, zum Teil ganztags in der Grundschule. Meine Mutter ist nicht Zuhause geblieben und war froh, als sie wieder arbeiten konnte. Sie ist auch der Typ, der sich nicht dauerhaft mit den eigenen Kindern umgeben konnte. Ich glaube, ich wäre da ähnlich. Allerdings wird mein Kinderwunsch eh immer kleiner, da steht das eh nicht zur Debatte.
    Sowohl mein Bruder und ich waren viel woanders, haben viel woanders übernachtet. Hat uns auch nicht geschadet :) wir waren da immer sehr problemlos und konnten auch mal mehrere Tage weg ohne die Eltern (also in den Urlaub mit Tante, Oma, Opa). Bei meinem Cousin ging das ganz anders. Meine Tante hat ihn nie aus den Händen/Augen gelassen oder mal zu Oma und Opa übernachten lassen. Mit dem Ergebnis, dass er auch im Grundschulalter keinen Tag ohne Mama auskam und nirgendwo übernachten konnte, weil er immer Heimweh hatte. Den obligatorischen Urlaub vor der Einschulung konnte er als einziges Enkelkind nicht mit Oma und Opa mitmachen. Bei seiner jüngeren Schwester war das dann deutlich besser, ich glaube, da hat meine Tante auch gemerkt, dass es okay ist, sein Kind mal abzugeben und nicht 24/7 drüber zu wachen.

  5. Es ist bei mir ähnlich wie bei dir. Ich habe zwei Kinder. Die Große ist bald 4 der Mini bald 2. Die Große war jetzt im Sommer die ersten male bei Oma und Opa alleine zu Besuch, weil sie es sich wünschte. Ich habe generell jetzt in den letzten Monaten ganz klar gemerkt das sie sich begann etwas abzunabeln, da kam der Kitastart im Aug. echt passend und funktionierte reibungslos. Aber bis dahin hatte ich auch nie das Bedürfnis sie irgendwohin zu geben. Ich verurteile da keinen, aber mir kam das gar nicht in den Sinn und wäre mit der Großen echt schwer und quasi nur “Gewaltsam” möglich gewesen. Das war auch einer der Hauptgründe, das der Mini eine HG wurde. Die Große war bei seiner Geburt sogar dabei, da war sie gerade 2 geworden. Finden jetzt viele gewiss extrem, aber für uns passte es ^^.

  6. Mmmh, ich bin wirklich sehr gerne Mama und habe auch immer alles für den zwerg getan, aber ich hab auchvon anfangn an auch zeit für mich gebraucht. Nicht weil ich weg von den zwerg wollte, sondern weil ich mich selber nicht aufgeben wollte. Ich bin vor den zwerg viel feiern gewesen, ausgegangen und mir hat es gefehlt. Auf familien feiern ist der zwerg IMMER dabei. Egal wo und wann. Uhrzeiten sind da auch nebensache, ich hab mir kein Kind rangezogen, dass um punkt 19 uhr ins Bett musste :P Er ging, wenn wir daheim waren oder pennte irgendwo im buggy.
    Aber mit in die Disco? ne das ging nicht. So blieb er bei Papa und ich war mit meiner Mama, meiner Tante und meiner Schwester Altweiber feiern.
    Das erste mal wo geschlafen hat er auch erst mit 3. Vorher habe ich ihn IMMER nach den Feiern abgeholt (schwiegermama wohnte ja nur zwei häuser weiter) oder er war eben bei papa daheim.

    Seit letzten herbst isser mal länger weg. Er liebt es die Woche mit meiner Tante oder meinen Papa zu verbringen! ER brauch abstand von uns xD Im Sommer war er dann auch 1 Woche beim Opa und nächstes jahr sit er 10 Tage ALLEINE!!! Weg, hier muss ICH loslassen, den er möchte mit Freunden auf Jugendfahrt.
    Wenn er nciht da ist genieße ich die Zeit mit meinem Freund, mit meinen Freunden, mit einen guten Buch. Versuche nicht zu viel an ihn zu denken, denn dann kullern die tränen da ich ihn natürlich vermisse!
    Aber ich will ihn auch nciht komplett abhängig von mir machen, ihn seinen weg gehen lassen. Wenn er wo anders schlafen mag, dann darf er das auch. und ich? ich genieße die ungewohnte freizeit, tanke energie um dann wieder 100% Mama zu sein :D

    1. vielleicht liegt es auch daran dass wir es so gewohnt sind. meine familie besteht nicht nur aus mama und papa die einen hüteten, sondern tanten, onkel, großeltern, cousinen und cousins. man verbrachte überall immer gerne seine Zeit und ich bin froh, das meine mama es erleben durfte, die reine enkel-zeit ohne einen von uns dabei zu haben. sondern nur sie, papa und der zwerg.
      Noch heute ist es so, das meine Familie nicht nur aus mir schatz und den zwerg besteht, sondern alle. ich hab zu meinen tanten genauso eine feste beindung wie zu meiner mama gehabt. meine tante ist jetzt Mama und Oma ersatz bei uns. Sie ersetzt zwar nicht ihre kleine Schwester, aber ist für uns genauso da, wie es Mama war.
      Wäre ich nur daheim gewesen und nie mal ein paar tage bei meinen tanten, ich glaube da wäre kein so inniges verhältniss.

  7. Liebe Sari,

    ich sehe das ganz genauso wie du =)
    Jede Minute mit den Kids ist kostbar und kommt nicht wieder! Sie werden so schnell groß und es gibt so viele tolle Dinge die man mit ihnen machen kann. Natürlich brauche ich auch mal etwas Zeit für mich und manchmal ist es auch anstregend, aber Mütter die ihre Kinder ständig irgendwo ”parken” verstehe ich überhaupt nicht!

    Liebste Grüße,
    Annika

  8. Ich habe immer das Gefühl, dass wenn ich auf die Frage, ob man sie mir mal abnehmen soll, mit ja antworte, dass ich dann sage, dass sie eine Last sind. Aber auch wenn ich sie manchmal (und manchmal auch öfter) als anstrengend empfinde, so sind sie doch keine Last – der Begriff ist einfach zu negativ finde ich.
    Allerdings gehöre ich schon zu denjenigen, die viel Freiraum brauchen. Wenn ich mal länger nicht zu Hause bin, komme ich meist erst am dritten oder vierten Tag auf die Idee mal anzurufen. Ich vermisse dann wirklich nichts (allerdings auch nur, wenn sie beim Papa sind, da weiß ich sie in besten Händen). Wobei sich das auch gerade ändert, habe ich das Gefühl. Seit dem 1.9. arbeite ich vollzeit, ich bringe sie morgens in den Kindergarten und mein Mann holt sie dann ab. Seitdem bin ich viiiiiiiiel ausgeglichener und kann besser auf sie eingehen. Auch sind wir als Familie plötzlich viel besser strukturiert (ok, dass könnte auch daran liegen, dass wir jetzt ne größere Wohnung haben) – was allen zugute kommt (nur meiner Zeit an der Nähmaschine nicht – hm)! Ich schätze, ich bin einfach kein zu Hause Mensch. Da werde ich depressiv (unabhängig von Kindern oder keinen).

    Und zum Basteln, das mache ich auch total gerne. Nur meine Kinder leider nicht :'( – und so muss ich die ganze Zeit Rollenspiele mit denen spielen: “Mama, und jetzt bist Du das Baby, jetzt weinst Du, jetzt schläfst Du, jetzt isst Du, jetzt weinst Du wieder, jetzt bekommst Du eine frische WIndel …” “Mama, Mama, Du sollst jetzt aber ein Zebra sein. Ein Baby-Zebra am besten. Was für Geräusche machen die? …” also mit freiem Spiel hat das nix zu tun – haha (vll liegt es ja auch daran, dass ich mich nicht 24/7 mit ihnen Beschäftigen kann – da treffen einfach ganz unterschiedliche Typen aufeinander :P )

    1. Ein Zu-Hause-Mensch, so wie früher, bin auch nicht mehr wirklich. Wir sind ständig unterwegs. Schauen uns Dinge an, machen Unternehmungen usw..

  9. Toller Artikel! Mir geht es ähnlich, abgesehen davon, dass wir aber auch keine Verwandtschaft in der Nähe hätten, die uns die Tochter ml abnehmen könnten… Bei uns gehört die Maus dazu und uns gibt es eben fast nur im Doppel- oder Dreierpack! Ich bin übrigens auch Erzieherin 😉. Vielleicht interessierst du dich auch für meinen Blog
    https://fulltime-mami.blogspot.de/?m=1

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