Das Zeugnis… und wie wir damit umgehen!

Zeugnis

Noch einmal schlafen und es ist mal wieder soweit: Es gibt Zeugnisse. Wie geht ihr mit dieser Tatsache um?

Ein Blatt Papier, das wir bekommen und das uns sagen soll, wie die Leistungen unseres Kindes in der Schule im letzten halben Jahr so waren. Was es geleistet, was es geschafft hat und wie es sich in der Schule so benommen hat.

Wie aussagekräftig findet ihr so ein Zeugnis?

Es ist schon ein kleines Highlight. Wie eine Urkunde, die der Sohn nach einem anstrengenden Turnier als Anerkennung erhält.

In solchen Zeiten hole ich gerne meine eigene alte Zeugnismappe hervor und blättere mit ihm in meinen Grundschulzeugnissen. Bei mir gab es in der dritten Klasse ja bereits feste Noten zusammen mit einem kleinen Text am Anfang. Ich glaube heutzutage gibt es das so nicht mehr. Entweder Text oder Noten, nicht wahr? In unserer Klasse wurde von der Mehrheit der Eltern für das 3. Schuljahr gegen Noten gestimmt, so dass es für uns „nur“ ein verbales Zeugnis dieses Mal gibt. Da ich das so nicht kenne, bin ich gespannt, was uns da morgen erwarten wird.

Wenn ich dann so auf meine eigenen Zeugnisse schaue, ist es ganz spannend zu beobachten, wie sich meine Leistungen im Laufe der Jahre verändert haben. Da es auch einen Textanteil bei meinen gibt, kann man so manche Veränderung auch besser nachvollziehen und mit einen Blick auf mein Leben damals, vielleicht auch durch Veränderungen im Alltag. Wie auch immer. Es ist alles ziemlich transparent. Daher sicher auch meine Neugier auf das verbale Zeugnis. Mal sehen…

Zeugnistag… und was machen wir jetzt?

Jeder geht ja unterschiedlich mit dem Zeugnistag um. Manche machen ein gigantisches Highlight daraus. Kinder freuen sich auf Belohnungen und tolle Ausflüge. Ich kannte mal jemanden, der hatte an seiner Tür eine Liste hängen, auf der man sehen konnte, wie viel Geld er für welche Note bekam. Bei ihm hieß Zeugnistag dementsprechend Zahltag und er saß da und rechnete aus, wie viel Geld er nun für sein Zeugnis bekommen würde. Ich fand das irgendwie komisch.

Mein Vater fragte mich immer, was wir schönes machen wollen. Wir gingen schick essen oder fuhren zu einem Jahrmarkt. Das hat mir immer viel Spaß bereitet. Klar bekam ich auch mal eine Kleinigkeit, wenn ich ein besonders gutes Zeugnis hatte. Doch, ja, das war schon irgendwie etwas Besonderes, oder?

Dementsprechend groß ist die Aufregung einige Tage vor dem Zeugnis, nicht wahr? Was wird drauf stehen? Was war gut? Wird auch etwas Negatives darauf zu finden sein? In meinem Fall fand sich übrigens im Laufe der Jahre immer häufiger der Satz „Sarah ist sehr ruhig im Unterricht“ wieder. Ja, ich war ein stilles Mäuschen. Dafür waren die Noten in Kunst immer gut und ich arbeitete immer „gewissenhaft“ und „sorgfältig“. 

So oder so… es sind endlich Ferien!

Und das ist wohl das eigentliche Highlight für die Kinder, oder? 6 Wochen lang keine Schule, keine Haushaufgaben. Einfach nur Freizeit. Morgens ausschlafen, den Vormittag im Schlafanzug verbringen und machen, worauf man so Lust hat. Im Durchschnitt zumindest. Man macht ja doch das eine oder andere noch und auch Fußball findet nach einer kleinen Sommerpause bei uns weiterhin statt. Dennoch ist es etwas anderes, wenn man weiß, dass da keinerlei schulische Verpflichtungen auf einen warten, oder?

Ich glaube ja fast, dass der Miniheld sich am meisten darauf freut abends auch mal wieder länger wach bleiben zu dürfen. Kein „Ab ins Bett, du hast morgen Schule“ zu hören. Ich verstehe das. Gerade im Sommer, wenn es so lange hell draußen ist, habe ich als Kind gerne lange im Hof gespielt und gestaunt, wie spät es schon war, als ich schließlich rein sollte. 

„Mama, ich bin nervös wegen Morgen“.

Das sagte der Sohn heute früh zu mir und als ich ihn fragte warum, antwortete er nur: „Immerhin gibt es morgen Zeugnisse!“. 
„Ja und“, war meine Reaktion nur darauf. Wir hatten uns schon vor Tagen darüber unterhalten, was drauf stehen könnte. Ich hatte ihn gefragt, was er denkt, was eventuell nicht so Schönes drauf stehen könne, ob er uns auf etwas vorbereiten wolle. Ein zwei Dinge gingen ihm dabei durch den Kopf und ich konnte ihn sofort beruhigen. Nichts, was uns als Eltern jetzt groß ärgern oder stören würde. Sowieso finde ich es schwer zu beurteilen, wie viel Gewicht ich dem jetzt geben sollte. Kinder sind in der Schule meist ganz anders als zu Hause, oder? Manchmal weiß man nicht, welche Faktoren in welches Verhalten Einfluss nehmen. Ich stelle zum Beispiel oft fest, dass das Kind in der Schule konzentrierter arbeiten kann und das finde ich gut.

Natürlich möchte ich ungerne Sätze wie „Stört ständig den Unterricht“ oder „Vergisst regelmäßig seine Hausaufgaben“ lesen, aber wenn da nun „ist sehr ruhig“ steht, wird es seine Gründe haben und nicht gleich bedeuten, dass mein Kind etwas nicht weiß. Im Idealfall weiß ich mein Kind ganz gut einzuschätzen und das, wenn ich das Zeugnis morgen lesen werde, in die Bewertungen mit einfließen lassen. Nicht wahr? 

So oder so bin ich sehr gespannt, was uns das Kind morgen mitbringen wird und dann… ja dann kommen endlich die Ferien und mein Kind im Anschluss in die 4. Klasse. Oh weia….

2 Kommentare

  1. Karin Karkutsch

    Ich finde es auch erschreckend wie einige Eltern damit umgehen,, man kennt doch sein Kind
    Wir ahnten schon immer was drin stand und haben ganz normal darüber geredet
    Sind meistens Eis essen gegangen oder lecker essen
    Ich finde es auch ganz schrecklich wieviele morgen wieder die Zeugnisse hier auf Facebook posten
    Genießt den morgigen Tag

    • Sarah Kroschel

      Ja, wir haben auch darüber geredet. Vor allem darüber, wovor das Kind beim Zeugnis Angst haben könnte, damit wir ihm diese im Vorfeld schon nehmen konnten, so dass es heute ganz entspannt in den Schultag startet. Klar kann man den Beginn der Sommerferien und das Ende des Schuljahres ein wenig feiern, aber einen zweiten Geburtstag mit übertriebenen Leistungsdruck braucht es definitiv nicht.

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