Alles für das Kind…

Kind

Werbung wg. Markenerkennung – Der folgende Artikel enthält evtl. Bilder mit Produkten, die wir in unserem Alltag nutzen. Wir haben keine Bezahlung für das Zeigen derselbigen erhalten.

Ich sitze am Esstisch. Draußen ist es noch dunkel. Ich bin seit einigen Tagen immer viel zu früh wach. Ob das an der Zeitumstellung liegt? Wenn ja, bin ich aktuell tatsächlich mal dankbar dafür, denn so habe ich seit einigen Tagen jeden Morgen etwas mehr als eine Stunde Zeit einfach nur für mich. Also sitze ich am Esstisch bei gedämpften Licht und genieße die Ruhe (vor dem Sturm quasi). Das einzige Geräusch, das ich heute vernehme, das ist das laute Knistern der vorbei fahrenden Züge. Dieses Geräusch, was sie machen, wenn es eisig kalt draußen ist und ihre Kontakte an den Kabeln entlang laufen. Frostige Elektrizität. Wenn dieses Geräusch alle paar Minuten an unserem Haus vorbei zieht, dann weiß ich: Wir haben Minusgrade. Warm anziehen.

Erst neulich kroch mir die Kälte unter die Haut…

„Du wirst gar nicht mehr richtig warm“, sagte der Mann neulich Abend auf dem Sofa zu mir und das, obwohl ich zum Aufwärmen schon einen warmen Kakao getrunken und die Kuscheldecke von oben geholt hatte. Den großen Sohn hatte ich in die heiße Badewanne gesteckt. 

Kurz zuvor war ich mit ihm auf dem Sportplatz gewesen. Seit neuestem macht er nämlich Torwarttraining. Ein Angebot vom Trainer der ersten Herren im Verein. Torwarttraining für die Kinder. Und ganz ehrlich? Welches Kind startet in dem Alter nicht seine Fußball – Karriere mit dem Wunsch wie Manuel Neuer zu sein (früher waren das ja noch Kahn und Lehmann *lach*). So hat jede Generation ihren Helden. Ich kenne auf jeden Fall kaum ein Kind, das kein Fan von einem Torwart ist. Klar, dass einige Kinder auf diese Möglichkeit anspringen. Schon nach dem ersten Training kam der Miniheld mit einem breiten Grinsen zu mir und eröffnete mir, dass er nun bitte unbedingt ein neues Trikot, eine Torwarthose und natürlich neue Handschuhe brauchen würde. „Das hat so viel Spaß gemacht, Mama“, sagte er zu mir, „da möchte ich jetzt bitte immer hin“. 

Und so sitze ich nun jede Woche einen weiteren Tag am Sportplatz und schaue meinem Kind zu, wie es seinem Hobby nachgeht. Unbeirrt von der Kälte. Alles für das Kind. Leipziger Mama weiß wovon ich spreche…

„Warum tut ihr euch das an?“

Wie oft hören wir diese Frage. Training. Jede Woche. Mehrere Tage. Spiele und Turniere. Meistens entweder einen oder sogar beide Tage am Wochenende. Das macht pi mal Daumen ungefähr mindestens 4 Tage in der Woche, die wir mit dem Hobby des großen Sohnes beschäftigt sind. Und ja, noch beschäftigt es uns fast alle, denn noch ist er nicht in dem Alter, wo er alleine zum Training fährt oder gar Turniere am anderen Ende der Stadt besucht. Entweder es wird ein Familienausflug oder wir teilen uns auf und schließen uns einer „Fahrgemeinschaft“ an. Vielmehr sogar noch: Mehr durch Zufall als gewollt bekleide ich seit einiger Zeit das Amt der „Betreuerin“ und unterstütze die Kinder ein wenig. Das ist ok. Mittendrin statt nur dabei und es eröffnet noch einmal eine vollkommen andere Perspektive als nur am Rand zu stehen und das eigene Kind anzufeuern. Und mal davon abgesehen ist der kleine Sohn wohl der größte Fan vom großen Bruder!

Kind

„Manchmal fiebere ich da mehr mit, als bei den Spielen der Großen“, sagt der Mann oft zu mir. Dem eigenen Kind zuzuschauen, wie es sich entwickelt und schlägt, mit welcher Leidenschaft es ran geht und ob es erfolgreich ist in dem, was es tut – Das ist tatsächlich ziemlich aufregend.

Und um die Frage von oben zu beantworten: Wir machen das, weil es unser Kind glücklich macht. Gerne wird einem ja mal vorgeworfen, dass man dem Kind zu viele Termine aufbürdet, aber wenn ich darüber nachdenke, dann sind es nicht wir, die das tun. Das Kind wählt diese Termine selber. Es macht etwas, was ihm Spaß macht und was ihm wichtig ist. Es trifft so regelmäßig Freunde und Gleichgesinnte, die seine Leidenschaft teilen und erlebt eine ganze Menge. Hinzu kommt, dass es so einen sportlichen Ausgleich zum Alltag hat, den es auch von sich aus einfordert. Sind wir nämlich mal nicht beim Fußball, dann ratet mal, was der Sohn zu Hause am liebsten macht…

Kind

Es muss nur ein ansatzweise runder Gegenstand in der Nähe sein und der Fuß kann nicht still bleiben. Fußballeltern kennen dieses Phänomen sicher. Spontan muss ich da an Mama Nisla rockt denken, die alles mal in Kategorien eingeteilt hatte. In welcher seht ihr euch und eure Kinder? Es ist eine Leidenschaft, die man entweder teilt… oder eben nicht.

Alles geht, nichts muss…

Ich finde es in dem Moment einfach nur wichtig darauf zu achten, dass es das Kind nicht auslaugt. In dem Moment, wo wir merken, dass es zu viel wird, ziehen wir die Reißleine und reduzieren die Zeiten. Dann geht es halt mal nicht zum Torwartraining oder es wird auch mal ein Wochenende frei gehalten. Diese Phasen kommen allerdings immer seltener, denn das Gegenteil ist oft der Fall. Wenn der Sohn mal nicht aufgestellt ist, freut er sich zwar über den freien Tag am Wochenende, verfolgt das Turnier aber dennoch gespannt und wäre irgendwie doch gerne dabei gewesen. Mal abgesehen davon, dass er dann in den Garten geht und mit dem kleinen Bruder Fußball spielt oder den Papa anfleht mit ihm ein bisschen auf den Bolzplatz zu gehen. Fußballer durch und durch…

Also „tut man sich das an“. Alles für das Kind…

Nicht das Kind für die Eltern, sondern die Eltern für das Kind. Lange Autofahrten am Wochenende, Bücher lesen in Umkleidekabinen. Gespräche mit Leidensgenossen am Spielfeldrand bei jedem Wetter. Gemeinsames Feiern und/oder Trösten am Ende eines Spieles. Die Anderl hat das alles nochmal ziemlich treffend zusammen gefasst.

Es ist eine Leidenschaft. Eine Leidenschaft bei einem Kind, dem etwas fehlen würde, wenn wir es nicht machen würden. Klar gibt es eine Reihe von Prioritäten, eine Rangfolge und ganz oben steht immer das Wohlergehen und die Interessen des Kindes, aber auch die Schule. 

Kind

Und so kommt es nun auch, dass ich hier heute Morgen sitze, dem Knistern des vorbei fahrenden Zuges lausche und mir überlege, was ich am besten anziehe, wenn wir gleich Richtung Waldlauf fahren, auf den sich der große Sohn bereits seit einer Woche freut. Schon letztes Jahr wollte er unbedingt teilnehmen, war aber leider noch im Vergleich zu seinen Klassenkameraden zu jung dafür. Umso mehr freut er sich, dass er sich dieses Jahr ebenfalls versuchen kann und war gestern Abend schon ganz aufgeregt.

Mir selber ist es egal, ob er 1. oder letzter in diesem Lauf wird. Mir ist nur wichtig, dass er es durchhält so gut er kann und Freude dabei hat. 

Kennt ihr das?

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