„Die verflixte Erfindung“ von Martin Widmark #Rezension

Erfindung

Rezension*

Wenn ich zu Beginn der Woche vor meinem Wochenplaner sitze und auf die Listen schaue, die voll sind mit Dingen, die ich eigentlich gerne schaffen möchte, dann wünschte ich mir manchmal eine Maschine, die mir vieles davon abnehmen kann. Haushalt ist oft wie gegen Windmühlen kämpfen. Eine Stelle fertig, schreit schon die nächste nach mir und bin ich mit allem durch, kann ich direkt von vorne anfangen. Badezimmer zum Beispiel. Meist sieht es nach einem Tag schon wieder chaotisch aus oder unsere Treppen, die wie Staubmagneten wirken. Kaum ist der Wäschekorb leer, landet schon wieder das nächste Wäschestück darin. Fenster? Ach fangen wir gar nicht erst damit an… Es ist wie ein Teufelskreis und raubt eine Menge an Zeit.

Da wäre so ein Dingsda, das das alles übernimmt doch eigentlich ganz cool

Ihr kennt das sicherlich alle, also brauche ich euch davon sicherlich nichts vorheulen. In der Geschichte, die ich euch heute vorstellen möchte, lernen wir die Brüder Walter und Rüdiger kennen. Diese wohnen zusammen in einem Haus. Während Walter sich um den Haushalt, das Essen und dergleichen kümmert, sitzt Rüdiger gerne in seiner kleinen Werkstatt und erfindet Dinge.

Vielleicht solle Rüdiger mal etwas erfinden, das ihm die Hausarbeit abnimmt, denkt sich Walter und erzählt seinem Bruder von dem Gedanken. Dieser findet die Idee gar nicht mal schlecht und tüftelt den ganzen Tag und die ganze Nacht darüber, bis er schließlich seine neue Erfindung präsentiert. Das Dingdsa, das sich um alles kümmern soll.

„Die verflixte Erfindung“ von Martin Widmark und Emilia Dziubak

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In dem neuen Bilderbuch von Martin Widmark „Die verflixte Erfindung“ erfahren wir, wie es ist, wenn eine neumodische Maschine anfängt nach und nach uns all unserer Aufgaben zu „berauben“. Das Dingsda scheint sich nämlich zu entwickeln und kümmert sich nicht nur um den Haushalt. Es ersetzt die Funktionen der Maschinen, die Rüdiger eigentlich noch erfinden wollte, überwacht die Gesundheit und Ernährung der Brüder und übernimmt wirklich alle Aufgaben, denen sich Walter sonst eigentlich im Haushalt immer annimmt. Nicht mal Schnee schippen muss er, als es anfängt zu schneien. Dabei wird das Dingsda immer schlauer, spricht und scheint sogar zu lernen. 

Was das am Ende mit den beiden Brüdern anstellt und ob sie wirklich so glücklich mit der neuen Erfindung sind, ist das Spannende hier an dieser Geschichte.

Man fühlt sich ein bisschen an eigene Wünsche erinnert

Wie oben bereits erwähnt wäre es sicherlich toll, wenn einfach so ein Dingsda, so eine Erfindung, sich jeder Woche meiner Fenster widmet und die Treppe für mich putzt. Vielleicht auch abends, während wir schlafen einmal die Böden wischt und den Staub von den Oberflächen pustet. Wie viel aufgeräumter es hier wohl wäre? Wer weiß…

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Die Brüder müssen in der Geschichte von Widmark aber lernen, dass solche Wünsche nicht immer sehr befriedigend sein können und unter der Kontrolle so einer Erfindung zu stehen nicht ausschließlich angenehm ist. Auf 40 Seiten erfahren wir, wie sich die Geschichte nach und nach wendet und staunen dabei über die schönen und stimmungsvollen Illustrationen, die von Emilia Dziubak stammen und mit sehr warmen Erdtönen die Atmosphäre wunderbar einfangen. Erschienen ist das Buch im Verlag arsEdition.

Insgesamt ein schönes und interessantes Buch, das uns auch ein wenig nachdenken lässt. Auch wenn man gefühlt mit einem etwas offenen Ende zurück gelassen wird.

Wer übrigens mehr von Widmark und Dziubak sehen möchte: Das Duo hat in der Kombination bereits schon einmal ein schönes Kinderbuch kreiert, das ich euch vor einiger Zeit vorstellte: „Als Larson das Glück wiederfand“. Ähnlich stimmungsvoll und nachdenklich.

*Anmerkung: Das Buch wurde uns vom Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt

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