Krokodrillo von Giovanna Zoboli und Mariachiara di Giorgio #Rezension

Krokodrillo

Starten wir mit unserer Kinderbuch – Woche. Und ich möchte direkt mit einem Buch beginnen, dass mich in dem Moment gefangen hatte, als ich es das erste Mal in meinen Händen hielt. Dementsprechend freue ich mich schon lange auf diese Rezension! Aus dem Bohem Verlag stammt das einzigartige und wundervolle Buch „Krokodrillo„, das eine ganz besondere Eigenschaft hat: Es spricht nur mit Bildern.

Ein Buch, das uns vom Alltag erzählt ohne ein einziges Wort zu benutzen!

Es  mag auf den ersten Blick ein Kinderbuch sein, gleichzeitig wirkt es auf mich wie ein in sich stimmiges Kunstwerk, das den Alltag aufgreift und in warmen und farbenfrohen Bildern davon erzählt.

Schlägt man das Buch auf, findet man eines nicht: Wörter. Wir treffen auf ein Krokodil, das aus einem gemütlichen Traum erwacht. Der Wecker klingelt und der Alltag wird damit eingeläutet. Von diesem Augenblick an begleiten wir das Krokodil und können wie ein stiller Beobachter verfolgen, was Krokodrillo erlebt. Was er dabei denkt, was er eventuell sagen könnte, all das obliegt ganz in den Händen unserer Vorstellungskraft. Was könnte er zu dem Mann im Fahrstuhl sagen, was geht ihm durch den Kopf, während er auf die U-Bahn wartet und was fühlt er, während er über den großen gepflasterten Platz läuft? Wir wissen es nicht, wir können es nur vermuten. Dahinter versteckt sich eine ganz wundervolle Erzählmethode, die es möglich macht die Geschichte jedes Mal ein bisschen zu verändern.

Krokodrillo

Im Gespräch mit meinen Kindern, während wir uns durch die bunten Seiten blättern, überlegen wir uns jedes Mal einen neuen Dialog, habe eine neue Vermutung und das macht das Buch zu einer nie enden wollenden Abenteuerreise, obwohl das Thema so alltäglich erscheint.

Wie sieht der Alltag von einem Krokodrillo aus?

Krokodrillo scheint kein einfaches Krokodil zu sein. Bewegt er sich doch genau wie alle anderen Menschen wie selbstverständlich durch den Alltag. Dennoch endet das Buch mit einem eher unerwarteten Motiv, nachdem man sich Seite für Seite durch das Leben von Krokodrillo geblättert hat. 

Krokodrillo

Duschen, Toilette, Frühstücken, Bahn fahren, Zeitung lesen. Alltägliche Dinge, die ein jeder von uns kennt und erlebt. Warum also nicht auch ein Krokodil, oder?

Die erzählerische Kraft von Bildern!

Immer wieder beeindruckt es mich, was man alles in ein einzelnes Bild hineininterpretieren kann. Man nehme nur die altbekannten Wimmelbilder, mit denen sich Kinder eine gefühlte Ewigkeit beschäftigen können, ohne dabei auch nur ein Wort lesen zu müssen. Es gibt immer neue Details zu entdecken und ähnlich ergeht es uns mit dem Buch von Giovanna Zoboli und Mariachiara di Giorgio. Die einzigen Wörter, die uns (neben den Verlags üblichen Informationen) begegnen, das sind Geräusche. Das Geräusch vom Wecker, das Brummen der Bahn und ähnliches. Es wurde sogar gänzlich auf eine Buchbeschreibung auf dem Umschlag verzichtet. Man wird bei dieser Geschichte wirklich durch nicht ein einziges Wort vor beeinflusst und ist in der Interpretation der Bilder voll und ganz sich selbst überlassen. Das gibt dem Buch viel Macht, wie ich finde und macht es zu einem ganz besonderen Liebhaberstück.

Krokodrillo

Krokodrillo – Eine Geschichte ohne Worte von Giovanna Zoboli und Mariachiara di Giorgio

Das Buch „Krokodrillo“ erzählt uns auf 32 voll farbig illustrierten Seiten die Geschichte von Krokodrillo und strebt damit eine Zielgruppe von Kindern ab drei Jahren ab. Erschienen ist es im Bohem Verlag, der für seine einzigartig schönen Bücher bekannt ist. 

Ein Buch zum Entdecken, zum Eintauchen und Mitschweben. Ein Buch der anderen Art und damit eines meiner absoluten Lieblings – Kinderbücher und Neuentdeckungen in diesem Jahr. 

HBRIO

7 Kommentare

    • Sarah Kroschel

      Ja, finde ich auch. So kann man wirklich gemeinsam auch ohne Lesekenntnisse viel entdecken.

  1. Pingback: Die Heuhaufen - Halunken von Sven Gerhardt #Rezension

  2. Pingback: HABA Little Friends Bilder - und Vorlesebücher #Rezension #Gewinnspiel

  3. Pingback: Ich erzähl dir die Welt von Kate McLelland #Rezension - Heldenhaushalt

  4. Pingback: Geschichten aus dem Bücherturm aus dem Carlsen Verlag #Rezension

  5. Pingback: Kalle und Elsa von Jenny Werstin Verona und Jesús Verona #Rezension

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.