Die vertragen sich echt super, oder?

Bruder

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„Die vertragen sich echt super“, meinte ein Maler, mit dem ich eine Woche lang hier im Haus verbracht hatte, mal zu mir. Der Miniheld hatte sich erbarmt und den kleinen Bruder mal wieder mit ins Zimmer genommen und mit ihm gespielt, während wir in der unteren Etage mal wieder ordentlich zu tun hatten. Promt in der Sekunde fing der Kleine dann übrigens an zu weinen und der Große zu meckern. Nun ja, Vorführeffekt oder so? Wer weiß…

Tatsächlich ist es aber wirklich so, dass ich selber oft staune!

Die beiden vergöttern sich. Jeder den anderen für all seine Vorzüge und Frechheiten. Sie teilen fast alle Hobbies und Interessen, ganz ohne unser Zutun und haben dadurch auch viele Gemeinsamkeiten. Auch wenn sie vom Charakter her manchmal unterschiedlicher gar nicht sein könnten.

Der Große ist kreuzbrav. Wenn wir uns mal über ihn beklagen, ist das wirklich Jammern auf hohem Niveau, denn er ist immer sehr bemüht alles richtig zu machen. Manchmal etwas verplant oder verträumt, dennoch mit einer enorm hohen Auffassungsgabe, dass es manchmal schon gruselig ist.

Der Kleine hingegen ist frech und macht eigentlich vor allem immer das, worauf er Lust hat. Das gab schon den einen oder anderen Trotzanfall. Inzwischen hat sich aber auch da schon einiges getan. Er hat sich prima entwickelt. Wenn auch anders, als wir es vom großen Bruder kennen.

Sie finden mehr und mehr zueinander.

Als ich Anfang des Jahres den Plan fasste, die beiden in ein gemeinsames Zimmer zu stecken, wusste ich nicht, wie die Geschichte ausgehen würde. Immerhin musste der Miniheld nun sein großes Zimmer teilen und konnte den kleinen Bruder nicht einfach raus schicken, wenn er dann doch mal genervt war. Gleichzeitig musste der Kleine aber auch lernen öfter mal auf seinen großen Bruder zu hören und dessen Bedürfnisse zu erkennen und darauf einzugehen. Das trifft auf beide zu. 

In den ersten Wochen gab es oft Geschrei von oben. Der eine meckerte, der andere weinte. Beide waren unzufrieden und es dauerte nicht lange, bis ein verzweifeltes „Mama, kannst du ihn bitte runter holen“ von oben erschall. Natürlich musste der Miniheld nicht immer alles aushalten und oft genug erlösten wir ihn dann auch. Das Heldenkind lernte dadurch auch, dass es eben nicht oben bleiben konnte, wenn es immer nur ärgerte und Blödsinn machte… nun ja. 

Inzwischen hören wir oft schallendes Lachen aus dem Kinderzimmer.

„Mein Bruder ist toll“, sagt der Miniheld aktuell sehr oft, „manchmal kann er auch ganz schön nerven, aber es ist wirklich toll, dass er da ist“. Sie spielen im Zimmer zusammen Ball oder Pokemon und teilen nun auch die Liebe zu den Hunden von Paw Patrol.

Dann ist es auf einmal still und ich frage mich, was sie da oben eigentlich machen. Und dann liegen sie plötzlich gemeinsam auf dem Boden, nebeneinander, die Beine lang ausgestreckt und blättern beide in Büchern. Jeder in einem, das ihm gefällt, manchmal auch gemeinsam in einem. Oder sie sitzen am kleinen Kindertisch und malen.

Bruder

Es gibt diese Phasen, in denen hört man es wieder schreien und zetern, aber man kann meist an einer Hand abzählen, wie lange das anhält, bis sie wieder gemeinsam lachen. Sie lernen mehr und mehr die Konflikte und Unterschiede, die sie miteinander erleben, alleine zu bewältigen und rufen nicht mehr ständig nach unserer Unterstützung. Das ist wirklich schön zu beobachten.

An manchen Tagen war es eine regelrechte Entlastung für uns!

Besonders, als wir so viel zu bewältigen hatten, war es eine ungemein große Erleichterung für uns, dass es mit den beiden so super klappt und wir teilweise wirklich 2 Stunden lang malern, räumen oder renovieren konnten. Statt Musik hörten wir das Lachen unserer Kinder und die Arbeit ging direkt viel einfacher von der Hand.

„Danke, dass du dich heute so toll um deinen Bruder gekümmert hast“; sage ich dann oft abends zum Minihelden, „das hat uns wirklich sehr geholfen“. Ein Zeichen der Wertschätzung und des Dankes für die Entlastung, die er uns damit beschert hat, denn wir wissen, es ist nicht selbstverständlich und sollte nicht Hauptbestandteil des Alltages eines großen Bruders sein.

„Komm, komm mit“, sagt das Heldenkind dann immer oft, zieht am Shirt des großen Bruders, „komm oben spielen“. Ohne groß zu überlegen, geht der Miniheld mit. „Eigentlich wollte ich ja etwas anderes machen“, grinst mich der Große dann an, „aber wie kann ich da nein sagen?“

Mit einem Lächeln auf dem Gesicht und Wärme im Herzen blicke ich den beiden dann hinter her und freue mich, dass sich ihr Verhältnis so großartig entwickelt und, ich glaube, in den letzten Wochen auch nochmal gestärkt hat.

„Ja“; antwortete ich also dem Maler, “ das tun sie wirklich, oder?“

Bruder

Inzwischen hat sich schon wieder einiges geändert.

Die große Baustelle im Haus ist weg. Normalität ist wieder eingekehrt und der Alltag hat uns wieder fest in seinem Griff. Jeder kann wieder in seinem Bett schlafen und der halbe Haushalt befindet sich nicht mehr in Kisten, sondern dort, wo er hingehört. Theoretisch hätte der Kleine nun sein altes Zimmer wieder beziehen und der Große seines wieder für sich haben können. Statt dessen haben wir nun aber einen anderen Plan umgesetzt, wie ihr wisst. Es gibt ein gemeinsames Reich und einen Rückzugsort für den Großen.

Das Heldenkind hat das große Zimmer nun fast für sich alleine. Aber eben nur fast, denn die Spielsachen befinden sich dort und so ist es irgendwie auch ein gemeinsames Spielzimmer für beide geworden. Der Miniheld hat die Dinge, die nicht für die Hände des Kleinen bestimmt sind, mit in seinen Rückzugsort unterm Dach genommen und geht dort hin, wenn er für sich sein möchte. Erstaunlich, was sich alles innerhalb von wenigen Monaten verändern kann, oder?

Und obwohl jeder nun irgendwie ein Reich für sich alleine hat, das so gut es geht auf die individuellen Bedürfnisse angepasst ist, sitzen sie nach wie vor oft zusammen in einem der Zimmer und spielen oder „lesen“ gemeinsam, lachen und streiten. So, wie es sich für einen großen und kleinen Bruder wohl gehört, oder?

sari-unter

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