Jedes Jahr wieder ist da dieser Hauch von Wehmut…

Jahre

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In mir drin rotiert alles. Nur wenige Stunden bleiben mir irgendwie noch, um all die Dinge zu schaffen, die meinen Kopf so zum Rauchen bringen. Jedes Jahr wieder, so habe ich das Gefühl, wiederholen sich so manche Dinge. Das Wetter zum Beispiel. Wirklich jedes Jahr dürfen wir etwas Sommerluft schnuppern und ich denke schon halb über eine Plansch – Party zum Kindergeburtstag nach, nur um dann kurz vorher jeden Tag ängstlich auf den Wetterbericht zu starren, weil für den besonderen Tag auf einmal Kälte und Regen angesagt sind. Dabei erhofft man sich ja bei einem Frühlingsgeburtstag immer, dass man ihn vielleicht sogar draußen feiern kann. Auch in diesem Jahr zeigt der Wetterbericht wieder einmal zu 90% Regen an, während jetzt gerade in diesem Moment draußen schönster Sonnenschein herrscht. Ach man… Achja… und Handwerker. Seit nun vier Jahren haben wir jedes Jahr irgendwie einen Handwerker an der Hand, kurz bevor der Geburtstag ansteht.

In dem einen Jahr war unser Badezimmer nicht rechtzeitig fertig, im nächsten Jahr hatte der Nachbar einen Kran im Garten, im letzten Jahr kamen noch direkt am Geburtstag des Sohnes die Küchenhandwerker und nahmen die Küche noch einmal auseinander und heute wird uns zwischenzeitlich der Strom abgestellt, obwohl ich eine Kuchen – Massenproduktion starten muss. Wie schlechte Traditionen fühlt sich das an. 

Aber am Ende war es doch jedes Jahr wieder ein schöner Tag!

Jedes Jahr brachte ich trotz all dieser (doch immer noch recht kleinen) Hürden am Abend ein Kind ins Bett, dass mich selig anschaute, mir einen dicken Kuss gab und kurz vor dem Einschlafen noch ein „Das war der beste Geburtstag aller Zeiten“ vor sich hin nuschelte.

Jahre

Dieser kurze ruhige Moment am Abend, wenn ich endlich durchatme, nachdem ich Wochen lang in den Vorbereitungen steckte. Manch einer mag den Kopf über mich und all die Arbeit schütteln, die ich da rein stecke, aber ich liebe es einfach. Ich gehe darin auf und dieser kurze Moment am Abend, wenn alles vorbei ist, zeigt mir, dass ich es nicht ohne Grund mache. 

Wenn man dann auch noch Jahre später von einer Mutter zu hören bekommt, dass man immer so tolle Feiern mache, dass sie bereit wäre sogar Kostüme extra für ihr Kind zu kaufen, damit es passt, das macht einen schon ein bisschen stolz. „Die Fußball – Party damals war schon so genial“, sagte sie neulich zu mir. Und diese ist immerhin schon vier Jahre her. Es ist toll, wenn sich die Mühe auch nach Jahren noch so ausgezahlt hat…

Doch etwas wehmütig bin ich dennoch jedes Jahr.

Wenn ich meine Rückblicke betrachte, die ich immer wieder hier auf dem Blog oder auch woanders sehe, wo ich mich erinnere, wo ich Gedanken teile und von Entwicklungen spreche, dann wird mir immer etwas mulmig.

Vor acht Jahren saß ich zu diesem Zeitpunkt bereits im Krankenhaus in der Vorwehenstation. Tag für Tag wanderte ich im Parkgelände auf und ab, ging Treppen, nahm warme Bäder, litt unglaubliche unbeständige Wehenschmerzen und wartete darauf, dass der Miniheld sich endlich zu uns gesellen würde. Ich kann mich an die Nächte erinnern, in denen ich nach einer Hebamme rief, weil ich solche Schmerzen hatte und an Tage, in denen ich alleine im Park saß und mit Freunden Nachrichten schrieb, die immer wieder nach meinem Befinden fragten. Ich kann mich an den Helden erinnern, der zum Mittagessen immer schnell nach Hause fuhr und dann wieder zu mir kam, damit ich nicht so lange alleine war. Tage um Tage… und dabei wollte ich nur endlich dieses kleine Wesen kennen lernen.

So viele Erinnerungen an eine schöne Schwangerschaft und an beschwerliche Tage des Wartens.

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Und so klein ist dieses Wesen nun gar nicht mehr.

Erst heute Morgen stand ich in der Küche und sah aus dem Augenwinkel, wie der nun ziemlich große Sohn am Esstisch stand und für sich und seinen kleinen Bruder Frühstück bereit stellte. Von einer Sekunde zur anderen sah er auf einmal unglaublich riesig aus. 

Da war dieser Moment am Wochenende, als ich auf seine Füße blickte und nicht glauben konnte, dass das seine waren. Ich stellte meinen Fuß daneben und war ganz überrascht, dass da so viel Unterschied gar nicht mehr war. „Hast du wirklich schon so große Füße“, fragte ich und erntete als Antwort ein stolzes Grinsen vom Sohn. Ja, sie werden größer. Unaufhaltsam. Erschreckend, oder?

Ich habe das Gefühl, dass der Miniheld in den letzten Tagen, vielleicht auf Hinblick seines bevorstehenden Geburtstages, noch einmal einen Schub hingelegt hat. Letzte Woche war er doch noch kleiner, oder? Uns unterscheiden tatsächlich nur noch knapp 25 cm voneinander und wenn ich an manchen Tagen mit meinen beiden Kindern an der Hand durch die Straßen laufe, fühlt es sich in einigen Momenten gar nicht mehr so an, als ob ich die Große von uns dreien wäre. 

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Noch zwei Mal schlafen…

Noch zwei Mal. „Noch zwei Tage, Mama“, sagt auch der Sohn heute zu mir und ich muss schlucken. Noch zwei Tage und dann ist ein weiteres Jahr vergangen. Ein weiteres, aufregendes Jahr, in dem ich mein kleines, erstes Wunder durch viele Höhen und Tiefen begleitet habe. In dem wir viel erlebt und viel gesehen, viel miteinander diskutiert und viele tolle Momente gesammelt haben.

Noch zwei Mal schlafen und mein kleiner Junge wird bereits 8 Jahre alt…

2 Kommentare

  1. Die Aufregung vor einem Geburtstag ist auch hier immer groß und es ist ja auch irgendwie dein „Geburts“-Tag. Solange du es gerne machst, darfst du doch so viel Zeit und Energie in die Vorbereitungen stecken, wie es dir selbst gut tut. Das ist ähnlich wie beim Nestbau-Trieb, jede Mutter hat hier ihre eigenen Rituale und Ansprüche und so ist es gut. Man muss sich da nicht mit anderen Familien vergleichen.

    Liebe Grüße

    • Sarah Kroschel

      Lieben Dank für deinen Kommentar. Ja, natürlich sollte man nur so viel machen, wie für einen OK und vertretbar ist. Würde es mir nicht selber so viel Freude bereiten, würde ich es ja gar nicht machen :) Vergleichen tue ich mich da sowieso nicht. Jeder so, wie er es mag und wir lieben es einfach, daraus jedes Jahr so etwas wie eine neue Welt zu schaffen für einen Tag. So ist es jedes Jahr wie eine kleine Abenteuerreise.

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