„Der kleine Prinz“ nacherzählt von Agnès de Lestrade #Rezension

Der kleine Prinz

Rezension*

Als ich klein war, las mein Vater mir die Geschichte über den kleinen Prinzen vor. Dunkel erinnere ich mich an einen Film mit einem blonden Jungen, den wir zur Weihnachtszeit sahen und einen kleinen Planeten mit einer Rose darauf. 

Auch erinnere ich mich an das Bild mit der Schlange. Eine Schlange, die auf den ersten Blick wie ein Hut aussah, dabei hatte sie nur einen Elefanten verschlungen, wodurch sie dieses Aussehen bekam. Eine Zeichnung, die mich seitdem immer wieder mal im Leben besuchte. Sei es in der Schule, wenn ich sie für Freunde nachahmte oder wenn wir über die Geschichte sprachen. Eine Geschichte, die ich vor allem aus meiner Kindheit noch kenne. Vor einiger Zeit sahen wir mit den Kindern den neueren Film von 2015. Ähnliche Geschichte, doch eine etwas andere Zeit. Ich weiß noch, wie fasziniert der Miniheld davor saß und wir nahmen uns irgendwann einmal vor die originale Geschichte von Antoine de Saint-Exupéry gemeinsam zu lesen. Wobei ich manchmal dachte, dass „Der kleine Prinz“ sicher noch etwas schwerer Stoff für meine Jungs ist.

Schon damals konnte man die Geschichte nicht genau zuordnen.

„Der kleine Prinz“ greift viele wichtige Themen auf, die zum Mensch sein dazu gehören. Trauer, Lieber, Sehnsucht, Vertrauen, aber auch Gier, Eitelkeit und all diese Dinge, die im kleinen Prinzen zur Sprache kommen auf eine ganz philosophische, aber eben auch kindliche Art.

So stellt man sich die Frage: Ist das Buch eher etwas für die ganz großen oder durchaus auch noch etwas für die ganz kleinen Leser. 

Ich versuche mich an damals zu erinnern, als mein Vater mit mir das Buch las. Versuche mich zu erinnern, ob es mir schwer fiel all das zu verstehen, was der kleine Prinz auf seinen Reisen gelernt hat oder ob die Dinge für mich ganz klar waren. Fasziniert, wie der Pilot in der Geschichte, lauschte ich. Doch mir bleibt vor allem das in Erinnerung, was ich bereits oben beschrieb: Der kleine blonde Junge, die rote Rose und der kleine Planet. Wie geht es euch, wenn ihr an die Geschichte denkt?

„Der kleine Prinz“ neu erzählt von Agnès de Lestrade

Im Juli erschien im Mixtvision Verlag nun ein (wie ich finde) einzigartiges Bilderbuch. Agnès de Lestrade hat sich der Geschichte von „Der kleine Prinz“ angenommen und erzählt diese nun zusammen mit den wunderschönen Bildern von Valeria Docampo noch einmal und zwar so, dass auch schon die Kleinsten ihren Weg in die Erzählungen finden und mit den Protagonisten lernen und entdecken können. 

De Lestrade und Docampo ist euch als Autoren und Illustratoren – Team sicher schon einmal begegnet, denn sie arbeiteten bereits zusammen an dem Buch „Die Wörterfabrik“, das ebenfalls im Mixtvision Verlag erschienen ist. In den Händen hielt ich dieses Werk damals im Löwenladen, als er bei uns in der Nähe für einige Tage geöffnet war. Ich verliebte mich sofort in Wort und Bild und war ganz beeindruckt von dem Zusammenspiel. Daher könnt ihr euch sicher denken, dass es mir hier nicht anders geht. Die Illustrationen von Valeria Docampo kennt ihr aber sicher auch aus anderen Werken, wie zum Beispiel „Im Garten der Pusteblumen“ oder „Die Schneiderin des Nebels“, an dem Agnès de Lestrade übrigens ebenso mitwirkte. 

Die Geschichte vom kleinen Prinzen

Kennt ihr die Geschichte vom kleinen Prinzen überhaupt? Ich kann mir eigentlich kaum vorstellen, dass man nicht zumindest schon einmal irgendwie davon gehört hat.

Der kleine Prinz lebt auf einem sehr kleinen Planeten. Darauf befinden sich zwei erloschene und ein aktiver Vulkan und eine Rose. Der kleine Prinz liebt diese Rose und kümmert sich um sie, doch sie ist auch sehr anstrengend und so beschließt er eines Tages zu gehen. Auf seinen Reisen besucht er sieben Planeten, auf denen er auf ganz unterschiedliche Charaktere trifft. So ist da zum Beispiel der König, der jegliche Macht über seine Untertanen haben möchte und der Eitle, der von allen Bewunderung einfordert. Oder auch der Laternenanzünder, der unermüdlich seine Laterne anzündet und wieder auspustet. Immer und immer wieder. Und dann ist da auch noch die Erde, wo er in der Sahara auf einen Piloten trifft, der eine Bruchlandung hatte und nun versucht sein Flugzeug zu reparieren. Sieben Tage verbringt der kleine Prinz auf der Erde und führt viele Gespräche mit dem Piloten. Dabei lernen sie viel voneinander und der kleine Prinz vor allem, was das Mensch sein ausmacht.

So bekommen wir als Leser einen Blick auf all die Dinge, die zu einem Leben dazu gehören. All die Charaktereigenschaften, die uns innewohnen können und gleichzeitig vom kleinen Prinzen hinterfragt werden.

Das Buch regt zum Nachdenken an und lädt gleichzeitig zum Träumen ein. So lernen wir die Bedeutung von Freundschaft kennen, aber auch von Abschied. Manchmal fühlt es sich beim Lesen ganz schwer an und dann plötzlich wieder ganz leicht.

Der kleine Prinz

Ein wundervolles und zeitloses Werk…

Sei es nun in der uns altbekannten Variante von Antoine de Saint-Exupéry oder in der neuen von Agnès de Lestrade und Valeria Docampo. Mit meinen Kindern habe ich nun „Der kleine Prinz“ aus dem Mixtvision Verlag mehrmals angesehen und gemeinsam gelesen und jedes Mal finden sie neue Fragen, über die wir sprechen oder entdecken neue Details in den zarten Bildern von Docampo, so dass uns diese neu erzählte Variante wirklich sehr gut gefällt und nie langweilig wird.

Kennt ihr die Geschichte vom kleinen Prinzen und was ist euch da insbesondere im Gedächtnis geblieben?

*Anmerkung: Das Buch für diesen Beitrag wurde uns von Mixtvision als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Das Copyright liegt bei Mixtvision.

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