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[Mmi] Sketchnotes und Comics zeichnen – Ein paar hilfreiche neue Bücher!

Wir schreiben nicht mehr einfach so. Das ist langweilig und sieht nach nichts aus. Heutzutage wird lieber gelettert und mit Brushpens geschrieben, alles bekommt eine optische Aufwertung und muss nach was aussehen. Kommt Euch das bekannt vor? Handlettering gab es ja irgendwie schon immer. Kalligraphie nannte man es ganz banal früher und es war eine echte Herausforderung diese wunderschönen, geschwungenen Schriften hinzubekommen.

Ich gebe zu, als Kind hatte ich auch eine Zeit lang eine Feder

Wir mussten sie uns für den Kunstunterricht anschaffen. Nicht zum Schreiben, sondern zum Zeichnen. Was für eine Herausforderung mit dieser doch breiten Spitze und der ständig alle werdenden Tinte, so das man nach jedem dritten Strich die Feder wieder ins Glas tunken musste, um dann weiter zu machen. Und meist war es dann auf einmal so viel Tinte, dass man direkt nen Haufen Kleckse verursacht hat. Doch, es war ein spannendes Thema im Unterricht und ich fühlte mich echt cool mit meiner Feder. Aber die geschwungene Schrift, die gelang mir nie.

Sketchnotes

Ich staune, wie sehr alles wieder kommt und in welcher Form.

Inzwischen sind Wordarts so beliebt und jeder möchte gerne lettern. Es ist mir schon im letzten Jahr aufgefallen. Viele setzten sich an die Monatschallenge von Frau Hölle und ich muss zugeben: Ja, ich hatte auch Lust darauf. Kam nur nie dazu.

In diesem Jahr sind es vor allem die Bullet – Journale, die ich an immer mehr stellen sehe. Vor ein paar Jahren gab es die auch schon. So ähnlich. Da hieß das „Projekt Life“ oder so ähnlich. Es gab optisch schöne Kärtchen, Schriften, Aufkleber und Stempel und man kreierte eine Art Tagebuch. Das sah so toll aus. Aber es ist halt auch alles sehr aufwändig und die Zeit dafür fehlt mir definitiv.

Was mich jedoch extrem anspricht, dass ist ein anderer Trend, der mehr und mehr in den Vordergrund rückt: Sketchnotes!

Ich hatte es an vielen Stellen schon erwähnt: Ich möchte mehr zeichnen. Das ist irgendwie ein ewiges Ziel von mir. Und ich möchte meinen Stil mehr und mehr finden. Noch so ein unendliches Ziel. Und der Stil verändert sich immer wieder. Wobei ich aktuell das Gefühl habe mich da langsam ein zu finden. Nun gut, wie auch immer.    

Sketchnotes. Das ist eine tolle Sache. Es vereint das Zeichnen und das Notieren miteinander. Sagt der Name ja schon, ich weiß, aber ich will es dennoch nochmal erwähnt haben. Ich bin ja durchaus auch so ein Listenmensch und brauche das manchmal, dass ich Listen abhaken kann. Das gibt einem so ein Erfolgserlebnis, man hat etwas vor Augen und es fühlt sich einfach gut an, wenn ein Punkt von der Liste verschwindet. Wenn man das Ganze dann noch eher zeichnerisch darstellen kann, verinnerlicht man es nochmal vollkommen anders und ja, ich bin definitiv ein visueller Mensch.

Fassen wir also kurz zusammen: Sketchnotes sind visuelle Notizen für jede Lebenslage! Damit also perfekt für so jemanden wie mich.

Meine Starthilfe in den spannenden Bereich Sketchnotes – Ein paar Buchempfehlungen

Wer mich kennt, der weiß, wenn ich mich mit etwas Neuem auseinander setze, dann decke ich mich immer erstmal mit ausreichend Lese – und Lernmaterial ein. Sprich: Bücher. Im Folgenden möchte ich Euch kurz ein paar Bücher (alles mit Amazon-Werbelinks hinterlegt) vorstellen, die mir dabei helfen sollen mich besser in die Materie „Sketchnotes“ einzufinden und meinen Weg in den für mich geeigneten Stil zu finden.

Sketchnotes

Vielleicht habt Ihr es ja schon bemerkt, dass ich mich dann und wann an ganz simplen Sketchnotes versucht habe und ich habe schon einige Erkenntnisse gewinnen können, aber ich bin noch lange nicht am Ziel…

Das Thema Sketchnotes an sich!

Mein ultimativer Tipp in dieser Hinsicht ist das Buch von Nadine Roßa mit dem Titel „Sketchnotes„. Es gibt eine tolle Einführung in das Thema an sich und viele Tipps, was man an Material und Co gebrauchen kann. Sie führt anhand von vielen Beispielen in die verschiedenen, für Sketchnotes wichtigen Bereiche und bringt am Ende noch viele tolle Beispiele von Kolleginnen. Demnächst erscheint hierzu auch noch ein Übungsbuch, auf das ich mich schon sehr freue.

Sketchnotes

Auch ganz nett, aber nicht ganz so schön wie das obere ist das Buch „Die Sketchnote Starthilfe“ von Tanja Wehr. Darin findet man über 200 Anleitungen und Schriften zum Nachmachen. Es ist insofern ganz nett, weil man hier viele Anregungen für die verschiedensten Motive aus den meisten Bereichen des Lebens findet. Als Inspiration definitiv toll, aber man ist dann natürlich vom Stil her schon sehr vorbeeinflusst.

Ergänzend dazu ist allerdings noch das Buch „Handlettering – Das grosse Buch der Schmuckelemente“ von Frau Annika sehr zu empfehlen. Es beschäftigt sich jetzt nicht direkt mit dem Thema Sketchnote, aber zeigt viele schöne verspielte zeichnerische Elemente, die man wunderbar ergänzend nutzen kann, um seine Notizen etwas aufzuhübschen und die Art der Zeichnungen sprechen mich etwas mehr an, als die sehr minimalisischen aus dem Buch von Tanja Wehr.

Sketchnotes

Meine Unterstützung zur Stilfindung.

Ich habe ja schon oft versucht meinen Stil zu verändern, ein wenig vom Manga haften weg zu kommen und mehr „Ich“ in meine Zeichnungen rein zu bekommen. Das ist gar nicht so einfach, wie ich feststellen durfte und Ihr seht ja auch, dass ich so total davon nie weg gekommen bin. Eine Zeit lang war ich stark beeinflusst vom Stil von Tim Burton und ein kleines bisschen ist davon auch erhalten geblieben, aber so wirklich zufrieden war ich dann doch nie.

Sketchnotes

Ich kam dann irgendwann zu der Erkenntnis, dass der Fehler darin liegt, dass ich unbedingt einen Stil finden wollte und mich dafür dann doch immer wieder zu sehr mit den ziemlich aufwändigen Stilen anderer beschäftigt habe, anstatt es mal ein bisschen simpler anzugehen. Mein Versuch dieses Mal also: Comics und Cartoons!

Der Vorteil daran ist, dass diese Methoden meist schon auf das Wesentliche beschränkt sind. Es muss anatomisch nicht 100 % hinkommen und Falten und Co spiele auch eher eine nebensächliche Rolle und das ist etwas, an dem ich meist kläglich gescheitert bin. Wie also auch im Alltag soll bei der Stilfindung nun der Minimalismus meine Lösung sein und dabei bin ich auf zwei sehr geniale Bücher gestossen.

Sketchnotes

Zum Einen wäre da das Buch von Tom Bancroft mit dem Titel „Creating Characters with Personality„. Hier hat mir ganz besonders geholfen, dass es anhand von simplen Grundformen den Aufbau einer Comicfigur erklärt. So kann man Köpfe aus Dreiecken und Quadraten kreieren und so vollkommen individuelle Charaktere gestalten mit viel Persönlichkeit. Es befasst sich zudem mit vielen verschiedenen Stilen, Größenverhältnissen und Themen und ist somit eine super Unterstützung für mich.

Ebenfalls sehr hilfreich finde ich das Buch „Modern Cartooning“ von Christopher Hart.  Während das Buch von Bancroft bei der Charakterfindung einer Figur sehr hilfreich ist, finde ich das Buch von Hart vor allem in Hinsicht auf Dynamik und Statur von Figuren ansprechend. Es ist in den Gestaltungsebenen fast noch simpler gemacht, als das von Bancroft und reduziert die Linien auf ein wesentliches, aber ist dafür in der Lage deutlich zu machen, was nötig ist, um Leben in eine Figur, die nur aus wenigen Strichen besteht, zu bringen. Hierzu bringt es einige einfache Tipps und Trick mit und ergänzt das Werk von Bancroft aus meiner Sicht somit perfekt.

Am Ball bleiben und immer wieder üben, üben, üben…

Das gilt sowieso für jeden Lebensbereich und all die Dinge, die man gerne lernen möchte und um mein Streben nach regelmäßigem Zeichnen nachzukommen, finde ich die Methodik des Sketchnote mehr als nur passend für mich. Durch wöchentliche visuelle Zusammenfassungen meiner Highlights und der Aufarbeitung von Themen, wie zum Beispiel unser Garten (zeige ich Euch demnächst), habe ich wieder regelmäßig einen Stift in der Hand. Lerne dabei aber auch ein bisschen zurück zu schrauben und mich auf das Wesentliche beim Zeichnen zu konzentrieren.

Sketchnotes

Durch das regelmäßige Zeichnen erhoffe ich mir natürlich endlich mal wieder Fortschritte zu sehen. Und ich finde, ein bisschen hat sich da schon getan. Ich kann zwar immer noch keine Hände und Füße, aber ich finde, die Figuren haben schon ein wenig an Lebhaftigkeit gewonnen und es gelingt mir immer mehr sie auch so zu gestalten, dass die einzelnen Charaktere immer wieder zu erkennen sind. Oder?

Wie ist das bei Euch? Seid Ihr eher der visuelle oder ein vollkommen anderer Typ und wäre so etwas wie Sketchnotes auch etwas für Euch? Vielleicht habt Ihr sogar noch ein paar Tipps für mich und bis dahin wünsche ich Euch einen wunderbaren Mittwoch!

sari-unter

4 comments

  1. Kruemel

    Deine Buchempfehlung klingt interessant. Werde ich mir mal merken. Hab mich letztes Jahr mit Bullett Journal tatsächlich beschäftigt und dies Jahr ein angefangen, aber mehr als Kalender, als wie viele Andere da mein Leben unterzubringen. Einige Listen und Erinnerungen findet man zwar auch. Aber bisher fehlt mir für Layout tatsächlich eine schnelle und schöne Idee. Immer nur Washi Tape und Sticker ist langweilig.Mal eine Zeichnung oder änliches klappt zwar, aber nicht immer ist die Zeit dafür und ganz clean ist nicht meins. Fürs Handletterung habe ich neben Frau Hölle die ich verfolge noch das Buch Schriftenzauber, mittlerweile sogar zweimal (einmal geschenkt bekommen), da kann man auch gut drin üben und bekommt Anregungen.
    Stifte mäßig bi ich auch noch auf der Suche, noch nicht so das Wahre, Meine Copic ghosten zu stark und immer mit den Buntstiften find ich doof. Naja mal schauen.

    1. Sarah Kroschel Post author

      Mir geht es ja weniger um die Schriften, aber es gibt da inzwischen wirklich tolle Sachen auch zum Üben. Finde ich super, wie sich das alles entwickelt. Obwohl ich den Hype um Stifte fast etwas krass finde, weil da teilweise echt teure Firmen auf einmal in den Himmel gelobt werden und Sketching usw. ja doch eher auf die Mittel zurückgreift, die man eben zur Hand hat.

  2. chrissi

    Sketchnotes faszinieren mich auch sehr. Allerdings auch im Business-Kontext. Mich fasziniert es, wenn Leute bei Fachvorträgen durch Sketchnotes die Notizen zum Leben erwecken. 🙂
    Das Buch von Tom Bancroft habe ich auch schon ein paar Jahre im Regal stehen, leider bisher nie wirklich mal konkret durchgearbeitet. Ironischer Weise hatte ich mich zuerst den zweiten Teil („Charakter Mentor“) geholt. Der gefällt mir noch ein bisschen mehr, glaube ich.

    1. Sarah Kroschel Post author

      Müsste ich mal reinsehen. Das zweite habe ich jetzt gar nicht so auf dem Schirm

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