Worauf ich mich jeden Tag freue… – 1000 Fragen an mich (201-220)

1000 Fragen

Stellt euch vor, gestern war ich mal wieder im Zoo. Der hat sich ganz schön verändert, das hat mich ziemlich überrascht. Eine Freundin fragte mich, ob ich nicht Lust hätte mit meinen Jungs mitzugehen und es sind ja immerhin Ferien. Warum also nicht. Schon als ich den Eingangsbereich betrat, musste ich mich fragen, wie lange eigentlich mein letzter Besuch her ist und ich konnte es nicht genau sagen. Ich wusste nur noch, dass es das Heldenkind damals noch nicht gab und wir gemeinsam mit ein paar Freunden und deren Kindern unterwegs waren. Schon komisch, wie schnell die Jahre ins Land ziehen können. Immer wieder diese fatale Feststellung, nicht wahr? Es war auf jeden Fall ein sehr schöner Vormittag und die Kinder hatten viel Spaß. Nachdem es am Morgen noch geregnet hatte und ich schon kurz davor war auf das Aquarium umzuschwenken, spielte dann sogar das Wetter super mit und wurde erst zum Nachmittag hin warm und drückend. Es war also ein runder Ausflug. Was will man mehr?

Man beginnt unweigerlich an vergangene Tage zu denken.

Mir geht das bei solchen Ausflügen irgendwie immer so. Ich denke an Zeiten, wo ich als Kind noch an solchen Orten unterwegs war, die sich immer ein bisschen wie Abenteuer anfühlten. Und dann kommen auf einmal diese Tage, an denen man eben diese Orte mit seinen eigenen Kindern erforscht und ihnen dabei hilft wieder ein Stückchen mehr von der Welt zu sehen und zu verstehen.

1000 Fragen

Ich glaube ich mochte damals die Seerobben am Liebsten. Zumindest meine ich mich daran zu erinnern, dass es so war, aber ich kann mich auch täuschen. Sie schwammen so toll im Wasser herum und die Fütterung war jedes Mal ein echtes Highlight. Das Heldenkind, für das dieser Ausflug sein erster dieser Art war, konnte die Augen kaum von den Affen abwenden und erzählte und zeigte viel und ganz aufgeregt. Aber auch die Pinguine waren seine Welt… hachja… nochmal Kind sein und alles aus ihren Augen betrachten können. Das fehlt mir manchmal.

Heute gibt es mal wieder für euch weitere 20 Antworten der 1000 Fragen …

Manchmal verliere ich sie übrigens aus den Augen, die 1000 Fragen, die feiersun für uns sammelt. Gestern, als wir durch den Zoo schlenderten, musste ich irgendwie wieder an sie denken. Ich verspürte die Lust, nach diesem erfrischenden Erlebnis mal wieder ein bisschen in mich zu schauen und somit habe ich euch heute mal wieder 20 Fragen an mich und ihre Antworten mitgebracht.

201. Wie gut kennst du deine Nachbarn?
Seit einiger Zeit wieder ein bisschen besser. Das letzte WIB zeigte ja, dass wir bei Nachbarn zu einer WM Party eingeladen waren. Insgesamt haben wir ja 9 Nachbarn auf dem Gelände und am besten kennen wir natürlich die, die sich unmittelbar links und rechts von uns befinden. Mit den einen Teilen die Kinder die Leidenschaft für Fußball und man unterhält sich auch sonst ganz nett über den Gartenzaun hinweg. Die anderen waren uns in den letzten Monaten eine enorme Hilfe mit all dem Chaos hier wegen der Baustelle, aber sicher auch als Leidensgenossen, denn sie waren zwar nicht ganz so hart wie wir, dennoch aber auch davon ziemlich betroffen. So etwas schweißt auch ein wenig zusammen. Durch die angrenzenden Gärten kommt man früher oder später aber sowieso spätestens beim Gießen oder Rasen mähen ins Gespräch. Umso mehr freut es uns, dass wir nun tatsächlich Kontakt auch zu den Nachbarn ein paar Häuser weiter schließen konnten und nun viel öfter auch mal über mehrere Gartenzäune hinweg miteinander quatschen. Insgesamt denke ich immer wieder, dass wir wirklich Glück mit unseren Nachbarn hatten. Das kann man ja nicht immer von sich behaupten, oder? Aber ob sie nun Leichen im Keller begraben haben oder andere Geheimnisse, das weiß ich nicht ^-^. 

202. Hast du oft Glück?
Es wäre falsch zu sagen, dass ich kein Glück hätte. Es gibt so viele Gründe, die dafür sprechen. Man schaue sich nur meinen Werdegang an. Ich habe zwar in der Oberschule nie das geschafft, was ich schaffen wollte, hatte aber bisher nie groß Probleme deswegen. Ich fand schnell einen Praktikumsplatz, einen Ausbildungsplatz und schließlich sogar eine gut bezahlte Stelle, während andere immer lange und viel Zeit investieren mussten. Ich habe einen Mann (nach einigen Fehlschlägen) gefunden, bei dem ich mich sicher und geborgen fühle. Gemeinsam haben wir zwei tolle und einzigartige Kinder und auch sonst würde ich sagen, hat sich mein Leben prima entwickelt und mir viele Vorteile gebracht, für die andere lange kämpfen müssen. Ich bin nicht wirklich krank oder gesundheitlich eingeschränkt und ja… allgemein läuft es. Natürlich habe auch ich viele Tiefs in meinem Leben gehabt, an denen ich dann und wann zu nagen habe. Ich gehe ich nicht immer abends glücklich ins Bett, sondern grübel bis tief in die Nacht oder habe Bauchschmerzen, weil es mich belastet. Dennoch sind es wohl Peanuts im Vergleich zu manch anderen. Ich weiß es zu schätzen, dass das Leben in vielerlei Hinsicht für mich bisher ganz gut lief, auch wenn es hier und da Risse hat, die nur schwer bis gar nicht zu flicken sind.

203. Von welcher Freundin unterscheidest du dich am meisten?
Haha… jede meiner Freundinnen ist auf ihre Art etwas ganz Spezielles und Besonderes. Ich glaube, so eine typische Freundin habe ich auch gar nicht und darüber bin ich sehr glücklich. Das wunderbare an mir und meinen Freundinnen ist ja, dass wir alle so unterschiedlich sind. Insofern würde ich sagen, dass ich mich von jeder unterscheide. Das bringt für mich immer wertvollen Input in eine Freundschaft. Ich profitiere von dem Wissen und den Interessen meiner Freundinnen und ich hoffe, dass es ihnen mit mir genauso geht. Ich gehörte immer zu den Mädchen, die sich mit Jungs besser verstanden als mit Mädchen, so dass jede einzelne Freundin, die ihren Weg in mein Herz gefunden hat, eine ganz besondere Person für mich ist.

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204. Was machst du anders als deine Eltern?
Bestimmt einiges. Ich bekomme es ja in Gesprächen immer wieder mit. Aber auch gleichzeitig, dass unsere Generation auch vieles gleich macht. Gleich im Sinne von anders gegenüber den älteren Generationen und dass uns allen der Spruch „Wir haben doch unsere Kinder auch groß bekommen“ nicht unbekannt ist, wenn wir mal wieder feststellen, dass unsere Erziehung so vollkommen anders, als die unserer Eltern ist…

205. Was gibt dir neue Energie?
Meistens sind es inspirierende Persönlichkeiten. Zuletzt meine Schwester, die in den letzten Monaten so viel Ehrgeiz in die sportliche Richtung gezeigt hat, so dass ich auch selber wieder ein bisschen mehr Motivation dafür gefunden habe. Nur mal so als Beispiel. Manchmal reicht aber auch einfach etwas Zuspruch aus den Reihen meiner lieben oder eine schöne Idee, sowie ein Tritt in den Hintern, den mir die eine oder andere Freundin oder der Held dann und wann verpassen.

206. Warst du in der Pubertät glücklich?
Absolut nicht. Später erfuhr ich, dass meine Eltern sich zeitweise sogar Sorgen um mein Gemüt gemacht haben und in meinen Tagebüchern von damals sollte ich wohl lieber nicht lesen, sonst könnte ich denken, dass ich damals Selbstmordgefährdet war, so sehr, wie ich vieles dramatisiert habe. Aber ich hatte tatsächlich eine schwere Phase, in der ich mich überhaupt nicht mochte. Es ging mir in der Oberschule nicht gut, bis ich diese wechselte. Bis heute denke ich, dass ich zum Teil gemobbt wurde, wenn ich auf diese Zeit zurück blicke und ich glaube auch, dass ich eine Zeit lang ziemlich einsam war. Vielleicht rührt daher meine Angst vor dem Allein sein. Wer weiß. Mit dem Wechsel der Schule kam dann aber so viel Veränderung in mein Leben. Neue Freunde, die Beziehung zum Helden und viel mehr Spaß im Alltag… 

207. Wann hast du zuletzt eine Nacht durchgemacht?
Durchgemacht im Sinne von gar nicht geschlafen oder erst geschlafen, als es langsam wieder hell wurde? Also wir sind ja meist länger wach als geplant, wenn die Schwester mit ihrem Freund da ist *lach* Das rächt sich dann meist am nächsten Tag, wenn wir dann merken, dass wir das einfach nicht mehr so gut wegstecken, wie früher. Aber tatsächlich so lange durchgemacht, bis es hell wurde, habe ich zuletzt so ziemlich genau vor einem Jahr an meinem Geburtstag, wo ich mit dem Schwager in Spe die ganze Nacht durchgequatscht habe. Und dann war es auf einmal vier Uhr morgens und die Sonne ging langsam wieder auf… man war ich die zwei Tage danach müde…

208. Womit beschäftigst du dich am liebsten in deinen Tagträumen?
So viel Ruhe finde ich kaum noch. Einfach mal dasitzen und vor sich hinträumen. Früher habe ich öfter einfach mal in die Ferne oder in den Himmel geschaut und versucht den Kopf leer zu halten. Einfach mal frei von Chaos und Unruhe zu sein. Das fällt zunehmend schwerer.

209. Blickst du dich oft um?
Kommt auf die Situation an. Ich gehe oft in Deckung. Ich bin sehr unsicher in vielen Dingen und lasse mich auch leicht beeinflussen bzw. ängstigen. Ich habe oft Angst vor den Reaktionen der Menschen auf Dinge die ich sage oder tue und denke dann oft, dass diese für mich sehr negativ ausfallen könnten. Ich weiß nicht, warum das so ist, denn meist stellt sich am Ende heraus, dass alles gar nicht so schlimm war, aber diese Unsicherheit ist immer präsent und hat mir schon die eine oder andere Situation unnötig erschwert. Man muss nämlich dazu sagen, dass ich mit Konfliktsituationen recht schwer zurecht komme…

210. Was wissen die meisten Menschen nicht über dich?
Ich mache eigentlich aus den meisten Dingen kein Geheimnis, stoße die Leute aber auch nicht darauf. Ich stelle mich nicht hin und sage: Hallo, ich habe übrigens keinen Vater mehr oder ähnliche Dinge, die mir manchmal mein Herz wirklich schwer machen. Spricht man mich darauf an, erzähle ich auch, es ist ja kein Geheimnis. Hausieren gehe ich mit den Löchern in meinem Herzen jedoch nicht.

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211. Worüber hast du mit deinem Partner immer wieder Streit?
Es gibt verschiedene Bereiche, in denen wir unterschiedlicher Meinung sind. Wirklich streiten tun wir deswegen aber nicht, es sind eher ewige Diskussionen, die nie auf einen Nenner kommen. Das kann in Bereichen der Erziehung sein, aber auch bei Dingen, an denen wir allgemein einfach unterschiedlich heran gehen würden. Jeder hat so seinen Weg und ich bin mehr der Bauch – und er mehr der Kopfmensch. Da prallen durchaus mal Welten aufeinander *lach*.

212. Worauf freust du dich jeden Tag?
Auf diese Zeit am Tag, wo wir alle vier aufeinander treffen. Wenn der Held die Tür reinkommt und wir endlich wieder zusammen sind. Die Kinder rennen los und rufen laut und voller Begeisterung „PAPAAA“ und auch mein Herz macht einen kleinen Hüpfer, wenn ich den Schlüssel im Schloss höre.

213. Welche Freundschaft von früher fehlt dir?
Da ist diese Clique. Freunde aus der Zeit, von der ich in Frage 206 erzähle. Freunde aus einer Zeit, in der ich nach langer Einsamkeit wieder glücklich war. Nachdem ich schwanger mit dem Minihelden wurde, änderte sich wieder alles und es wurde immer schwieriger diese Freundschaften zu erhalten. Wir haben zwar alle irgendwie noch miteinander Kontakt, aber als erstes Paar unter uns Freunden, das heiratete und Kinder bekam, wurden wir irgendwie voneinander getrennt und das hat sich nie so richtig erholt. Früher habe ich noch deutlich öfter dieser Zeit hinterher getrauert und so ganz geheilt ist die Wunde noch nicht, aber sie ist inzwischen wie eine kleine Narbe, an die ich erinnert werde, wenn ich durch Zufall darüber streiche und sie bemerke. 

214. Wie gehst du mit Stress um?
Gar nicht gut. Ich werde reizbarer und unglücklicher. Ich habe das Gefühl dauermüde zu sein und dem Chaos in meinem Leben nicht mehr Herr werden zu können. Ich werde hektischer und unruhiger und irgendwann habe ich das Gefühl nur noch in einem Meckerton um mich zu feuern. Das Runterkommen fällt mir dann immer besonders schwer und meist falle ich abends müde und erschöpft ins Bett, schlafe unruhig und mache die Gesamtsituation damit auch nicht besser, weil ich dann am Ende zu allem Überfluss auch noch übermüdet bin. Ich blicke dann nicht mal gerne in den Spiegel, weil ich denke tiefere Falten, dunklere Ringe und grauere Haare zu sehen. Alles Quatsch vermutlich, wer weiß… Auszeiten brauche ich dann. Auszeiten vom Tag und eine Rückenmassage. Das hilft meistens.

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215. Gibst du dich gelegentlich anders, als du bist?
Wirklich wissen tue ich es nicht, aber ich vermute schon. 

216. In welchen Punkten gleichst du deinem Vater?
Man warf mir dann und wann mal die Art und Weise der Standpauken meines Vaters vor *lach* Tatsächlich sagte meine Oma schon des Öfteren zu mir „Du redest wie dein Vater“. Ich habe viele Denkweisen von ihm übernommen und erkenne sie oft in der Erziehung meiner eigenen Kinder wieder. Ich hoffe, sie werden davon genauso profitieren, wie ich es einmal tat.

217. Kann man Glück erzwingen?
Nein, das kann man nicht. Sollte man auch nicht, denn wenn man etwas erzwingt, dann doch meist auf Kosten eines oder etwas anderen und Glück sollte seinen Weg von ganz alleine zu dir finden. Man kann es höchstens mit offenen Armen empfangen und zulassen, dass es einen auch wirklich erreichen kann.

218. Welcher Streittyp bist du?
Meist mit Tränen verbunden, weil ich mich ab einem bestimmten Zeitpunkt einfach nur noch hilflos fühle. Ich bin so schlecht darin, denn es widerspricht meinen Bedürfnis nach Harmonie und ich möchte meist, dass es ganz schnell wieder vorbei ist.

219. Bist du morgens gleich nach dem Aufwachen richtig munter?
Es geht. Könnte schlimmer sein. Es gibt Phasen, in denen komme ich nur ganz schwer hoch, aber ich würde schon sagen, dass ich es recht schnell schaffe mit klarem Kopf da zu sein und zu funktionieren. Auch ohne dabei grimmig zu sein. Kaum zu glauben, wo ich früher so ein Langschläfer war *lach*…

220. Wie klingt dein Lachen?
Wie klingt mein Lachen….Es gibt so Fragen, die sollte man eigentlich eher Menschen aus meinem Umkreis beantworten lassen, oder? Laut und herzhaft lachen, das tue ich nach eigenem empfinden eigentlich eher selten. Ich glaube ich bin eher vom Typ Lächeln oder Grinsen. Es gibt aber diese wenigen, besonderen Momente, wo ich so sehr lachen muss, dass mir tatsächlich die Tränen fließen und dann ist es, glaube ich, ein ziemlich lautes und durchaus auch schrilles Lachen. Am Besten fragen wir mal das Schokoschaf, denn das treibt mir am Häufigsten die Tränen ins Gesicht in so vielen wunderbaren Momenten.

Den Blick halte ich immer ein bisschen nach vorne und ein Stück nach hinten gerichtet…

Man soll ja nicht in der Vergangenheit leben, heißt es immer. Dabei ist Erinnern so etwas Schönes und kann das Herz hin und wieder erwärmen mit den Geschichten, an die wir denken. Geschichten von früher, die in unserem Kopf meist viel abenteuerlicher wirken, als sie es vielleicht tatsächlich waren. Egal, oder? 

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Gleichzeitig finde ich es gut und wichtig auch nach vorne zu blicken und sich vor Augen zu führen, was für Möglichkeiten da eigentlich noch auf uns warten und was wir alles noch erleben können. Jeder Besuch im Zoo war anders, weil ich ihn mit anderen Menschen erlebt habe. Nichts gleicht sich und das ist gut so.

Ich bin gespannt, wann wir das nächste Mal auf diese Reise gehen und was dann anders sein wird…

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