Warum der Frühling jetzt genau richtig kommt!

Frühling

Ich weiß, ich weiß… ich schwärme jedes Mal so sehr vom Herbst und betone immer wieder, dass ich es zwar schön im Sommer finde, er aber nicht zu meinen liebsten Jahreszeiten gehört. Aber Frühling ist für mich wie Herbst. Diese Zeit zwischen den „Extremen“. Diese Zeit, in der es nicht total kalt und nicht total warm ist. Außerdem verändert sich die Natur in diesen Zwischenphasen immer ganz besonders. Während die Blätter und Blumen im Herbst so ein krasses Leuchten, manchmal fast wie Feuer, annehmen, fühlt es sich im Frühling an, als ob alles von neuem erwacht. Ist ja auch so. Die Büsche, Bäume und Pflanzen in unserem Garten tragen (trotz des Schnees, den wir letzte Woche noch hatten) schon erste kleine zarte Knospen und die ersten Tierchen lassen sich sehen.

Immer öfter hören wir wieder den Gesang der Vögel am Morgen und werden auch mal wieder von Sonnenlicht geweckt und nicht nur von einem nervigen Klingelton des Weckers. Das Aufwachen am Morgen fällt deutlich leichter und das Licht spendet uns neue Energie. Uns geht es eigentlich wie der Natur: Wir erwachen aus einer Art Winterschlaf und merken, wie sich der Akku wieder auflädt!

Der Schnee die letzten zwei Wochen war dennoch ein Highlight!

Ich meine, der Februar ist definitiv noch ein Wintermonat laut Kalender und in sofern hatte der Schnee absolut seine Daseinsberechtigung und war für die Kinder ein ganz besonderes Highlight. „Gibt es eigentlich Menschen, die Schnee nicht mögen“, fragte mich der kleine Sohn heute Morgen und ich bin mir ganz sicher, dass es welche gibt. Aber ich glaube keiner war wirklich unglücklich mit der Schneepracht Anfang Februar und mir persönlich haben die zwei Wochen Winter-Action absolut ausgereicht, um alles gebührend auszunutzen und die Dinge zu machen, die zu einem richtigen Winter dazu gehören: Schneemann bauen, Schneeballschlacht und Schlitten fahren. Wir haben es ja sogar das erste Mal gewagt morgens Barfuß durch den Schnee zu wandern. Was für eine tolle Erfahrung!

Winter

Aber… ja, aber das war dann auch wirklich genug. Viel mehr brauchte es nicht und es wäre irgendwie schöner gewesen, wenn wir diesen Spaß über Weihnachten gehabt hätten. Dennoch gilt die Devise: Besser als nichts und ich bin so happy, dass die Kinder mal Schnee so erlebt haben, wie ich es noch aus meiner Kindheit kenne!

Wir sind nun aber alle froh, dass der Frühling scheinbar kommt

Weg mit den Winterjacken, den dicken Mützen und den Schals. Endlich können die geliebten coolen Schirmmützen hervor geholt werden, das Fahrrad ist wieder voll in Action und wir haben sogar schon die erste richtige Radtour hinter uns. Die Spielplätze sind natürlich direkt gnadenlos überfüllt und ich habe das Gefühl, dass sie in normalen Zeiten bei weitem nicht so voll waren, wie sie es jetzt aktuell sind und ich will ja nichts beschreien, doch ich befürchte, wenn das so weiter, sind die Spielplätze bald wie im letzten Jahr wieder gesperrt. Allgemein denke ich immer wieder wie krass das ist, dass wir mit den Zahlen im Grunde genau an dem Punkt sind, an dem wir vor einem Jahr ziemlich genau waren.

Es ist quasi fast genau ein Jahr her, wo der erste Lockdown ausgesprochen wurde. Irgendwie deprimierend, dass wir seitdem nicht so richtig weiter gekommen sind. Wir haben zwar jetzt Impfstoffe, dafür aber auch Mutationen und im Grunde leben wir alle nach wie vor in Unsicherheit, nur deutlich ausgelaugter als vor einem Jahr. Und deshalb ist es so wichtig, dass der Frühling jetzt kommt.

Corona

Letztes Jahr habe ich vieles zu schätzen gelernt und vor allem dankbar zu sein!

Als wir vor einem Jahr nirgendwo hin durften, habe ich gelernt, dass vieles, was bis dahin für uns so selbstverständlich war, eben genau das nicht ist. Die Möglichkeit über Internet und Handy mit geliebten und wichtigen Personen in Kontakt zu bleiben zum Beispiel. Das wir einen Garten am Haus haben oder wenn das Wetter schön ist und wir frische Luft ins Haus lassen können. Oder auch, dass wir einander haben! Dass die Kinder sich hatten in Zeiten, wo sie keine Freunde sehen durften. Dass wir weiterhin Lebensmittel kaufen durften und und und… 

Durch die täglichen Spaziergänge haben wir auch wieder mehr zu unserer familiären Mitte gefunden. Ich genieße das noch heute sehr. Der Mann und ich haben nochmal neue Gemeinsamkeiten entdeckt und uns sportlich herausgefordert. Wir haben gelernt uns auf die wichtigen Dinge im Leben, im Alltag und zu Hause zu konzentrieren. Es war eben nicht alles einfach nur doof. Und ich war wirklich sehr dankbar dafür, dass das Wetter die ganze Zeit so wunderbar mitgespielt hat! Ganz ehrlich? Ich weiß nicht, was es mit uns angestellt hätte, wenn es nur geregnet hätte die ganze Zeit. Wenn wir das Haus gar nicht hätten verlassen dürfen und es nur grau in grau gewesen wäre. So konnten die Kinder jeden Tag in den Garten, die Natur entdecken und den Rasen beim Fußball kaputt spielen *lach*.

Frühling

Sogar in den Herbst- und Wintermonaten hatten wir überwiegend Glück. Einen milden Herbst, einen nicht zu kalten Winter. Selbst im Dezember konnten wir unsere Runden um den See mit Fahrrad und Inline Skates drehen. Jeden Tag Bewegung und frische Luft. Das hat uns gut getan und bei diesen Spaziergängen haben wir über Gott und die Welt geredet. Einfach nur schön… Sollte irgendwann alles wieder „normal“ sein, hoffe ich, dass wir uns einen Teil dieser „erzwungenen“ Wir-Zeit bei erhalten…

Jetzt tanken wir die leeren Akkus erst einmal wieder auf…

Nach der dunklen Jahreszeit und schon wieder einigen Wochen Homeschooling und ohne Kita ist es an der Zeit, dass wir diesen unerwartet schnell gekommenen Frühling nutzen, um unsere Batterien wieder aufzuladen. Auf Dauer ist es wirklich ganz schön zermürbend und an manchen Tagen hat man sich einfach nur noch müde gefühlt. Besonders der kleine Sohn ist oft traurig und vermisst seine Freunde. Durch das schöne Wetter sind wir natürlich deutlich mehr an der frischen Luft unterwegs, wie so viele andere auch, und sehen immer öfter bekannte Gesichter. Es gibt wieder mehr Gespräche am Gartenzaun mit den Nachbarn und um uns herum herrscht wieder mehr Leben. 

Das konnte ich schon letzten Sommer beobachten: Um uns herum wurde es lebendiger. Es wurde mehr zu Hause gemacht, gespielt, gelebt. Dadurch, dass alle zu Hause blieben, veränderte sich die Geräuschkulisse um uns herum sehr. Musik, Lachen, Leben… das war irgendwie schön. Mit jedem sonnigen Tag wurde es lebhafter. Ich fand das irgendwie schön und man spürt, dass es sich jetzt auch wieder in diese Richtung bewegt. Mehr und mehr kommen die Menschen aus ihren Schneckenhäusern, putzen die Fenster, haken das Laub beiseite und sammeln das Streugut aus dem Winter weg. Man sieht, wie sie alle tief einatmen und die frische Luft, jeden einzelnen Sonnenstrahl genießen. In einer Zeit, in der man so wenig Möglichkeiten hat, wird jede einzelne so wertvoll!

Frühling

Wir entdecken jetzt den Frühling!

Für die nächsten Tage und Wochen habe ich mir vorgenommen das alles intensiv auszunutzen! Eigentlich habe ich nach dem Schnee erst viel später mit den ersten Frühlingsboten gerechnet und doch haben sich bereits am Wochenende die ersten Krokusse gezeigt und als ich im Garten angefangen habe die vertrockneten Pflanzen raus zu holen und das Hochbeet vorzubereiten, kamen mir schon die ersten Schneckeneier und Regenwürmer entgegen. Wir haben massig Feuerwanzen entdeckt und sogar eine Biene surrte uns schon um die Ohren. Wir konnten bisher auch schon Vögel beobachten, die Äste sammeln, um ihre Nester zu bauen. Es macht Spaß den Frühling zu entdecken.

Nachdem in den letzten Tagen der Frühling sich nun also schon von seiner schönen Seite gezeigt hat, habe ich beschlossen mit den Kindern ihn ein wenig zu erforschen. Nach Frühlingsboten auf unseren Spaziergängen zu suchen, zu schauen, wie die Dinge im Frühling blühen und sich verändern. Fensterbilder zu dem Thema basteln und eine Forschersuche auf unseren Spaziergängen zu machen, vielleicht auch wieder eine kleine Foto-Safari. Vielleicht habt ihr ja auch schöne Ideen, wie man in Corona-Zeiten mit den Kindern den Frühling interessant gestalten kann. 

So oder so kam er jetzt nach 2 Wochen Winteraction genau richtig und ich merke, wie ich von innen heraus wieder ein wenig heile…

Ich habe heute viele Gedanken, sicherlich auch ziemlich wirr, mal wieder nieder geschrieben. Wie geht es euch derzeit? Was macht ihr so? Wie kommt ihr klar? Erzählt mir doch mal ein wenig davon, tauschen wir uns aus…

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