Ich bin dezent genervt…

Genervt

… muss man mal jetzt einfach so sagen, meint ihr nicht? Ich bin genervt. Ein wenig. Einmal tief Luft holen und innerlich bis 10 zählen. Das sind doch noch immer die besten Tipps, die man anderen geben kann, wenn man sieht, dass sie kurz vor dem Explodieren sind. Doch funktionieren diese Tipps auch bei einem selber? Probieren wir es aus….

Hmpf… 1-2-3-4-5-…. ach lassen wir das. Genervt bin ich dennoch, denn es ändert ja nichts an der Situation. Ich sage euch, was mich nervt: Seit Wochen und Monaten muss ich ständig meine Kinder enttäuschen.

Es ist der aktuellen Situation geschuldet, das ist uns klar

Uns ist ja durchaus bewusst, dass vieles erst einmal nicht so geht, wie wir es gewohnt sind. Teilweise haben wir auch Ausflüge oder Angebote nicht wahr genommen, weil wir uns selber damit nicht wohl gefühlt haben. Aus Rücksicht auf uns und andere. Man ist mit der Zeit etwas offener wieder geworden und dennoch haben wir im Vorfeld immer abgewogen, was wir als ok empfanden und was eher nicht. Immer gut ausgerüstet mit ausreichend Masken und Desinfektionsmittel.

Aber im Grunde müssen wir unsere Kinder schon seit Ostern ständig enttäuschen. Alles fing damit an, dass unsere Frankfurter Freunde Ostern bei uns verbringen wollten. Wir waren letztes Jahr extra zwei Mal bei ihnen, damit wir den Besuchs-Rhythmus etwas ändern konnten. Und dann kam der Lockdown. „Liebe Kinder, unsere Freunde können leider nicht kommen“, sagten wir ihnen und legten noch einen oben drauf, „Ostern werden wir wohl auch noch zu viert verbringen“. Urgs… Ihr könnt euch sicherlich vorstellen, wie traurig die Kinder waren. Kein Besuch, der seit Wochen sehnsüchtig erwartet wurde. Kein Familientreffen zu Ostern. Stattdessen fuhren wir an dem Tag mit dem Rad alle Familienmitglieder ab und brachten kleinen Osterbasteleien und Muffins vor die Türe. Oster-Postboten quasi.

Die nächste Enttäuschung stand dann auch schon in den Startlöchern.

Der große Sohn hatte sich ja schon damit abgefunden, dass sein Geburtstag wohl auch nur im kleinen Kreise sein würde (wenigstens auf zwei Tage verteilt mit einem Freund war dann doch drin), aber bis dahin lag schon das Thema Urlaub wie ein schwerer Stein über unseren Köpfen. Der ständige Zwiespalt: Wird der Urlaub vom Reisebüro abgesagt und wenn nicht, wollen wir das unter den aktuellen Bedingungen überhaupt. Oh man. Es sollte das erste Mal in unserem Leben nach Griechenland gehen und wir waren alle so voller Vorfreude (und hatten es nach so lange zu Hause sein mehr als nötig). 

Kurz darauf bzw. kurz vor der Reise wurde uns diese Entscheidung dann abgenommen. Der Flug wurde gestrichen, das Hotel hatte noch zu… kein Urlaub dieses Jahr. Sommerferien zu Hause hieß es. Die Trauer bei den Kindern war groß und wir machten viele Versprechungen für eine schöne Zeit. Ich bin ehrlich: Ich war auch ein bisschen erleichtert, dass wir uns nicht überlegen mussten, ob wir uns nun mit Maske und unter Einschränkungen erst in ein Flugzeug und dann in ein Hotel begeben wollten, das vermutlich nicht das Programm bieten würde, das wir ursprünglich gebucht hatten. Gerade zu Beginn von all dem. Inzwischen sind ja doch schon einige wieder vereist und fanden es ganz ok. Ich persönlich muss mich aber wohl fühlen bei solchen „Ausflügen“ und das war einfach nicht gegeben.

Nach und nach wurde es wieder etwas entspannter!

Wir durften mit den Kindern wieder in die Kletterhalle, Zeiten auf dem Tennisplatz buchen und Playgolf spielen. Wenn man einen freien Slot bei den verschiedenen Angeboten fand, konnte man mit den Kindern tatsächlich sogar ein bisschen unternehmen. Manche setzten die neuen Hygiene-Vorschriften gut um, andere wiederum nicht.

Der Plan ein Mal in den Ferien in einem Indoor-Strand zu übernachten (ihr wisst sicherlich, was ich meine) über meinen Geburtstag, strichen wir dann auch. So wie den einen oder anderen Ausflug. Einfach, weil das Bauchgefühl kein gutes war. Manchmal recherchierte ich Tage lang im Internet, schaute mir Videos an und las Erfahrungsberichte von anderen, die den einen oder anderen von uns anvisierten Ausflug gewagt hatten und meist entschieden wir uns aufgrund dessen dagegen. Zu voll, zu viele Einschränkungen oder zu viele Menschen, die nicht rücksichtsvoll waren. In unserer Familie gibt es mehrere ältere Menschen, die wir nicht gefährden wollten. Somit hagelte es wieder einmal hier und da Absagen und somit Enttäuschungen für die Kinder. Am Ende war uns aber die Gesundheit einfach wichtiger.

Wir fanden zwar immer wieder Alternativen und hatten dennoch eine schöne und ausgefüllte Zeit, aber es gab im Vorfeld immer die Situation, in der wir den Kindern erst einmal wieder den Wind aus den Segeln nehmen mussten und das kotzt mich gelinde gesagt etwas an. Man fühlt sich wie ein Unmensch und die Kinder stiefeln umher und würden am liebsten T-Shirts tragen, auf denen dick und fett „Scheiß Corona“ steht.

„Mama, ich spiele, dass Corona ist und ich trotzdem so viele Kinder einladen darf, wie ich will“

Das war so ein Moment auf dem Spielplatz, der mich wirklich traurig gemacht hatte. Inzwischen waren die Spielplätze immerhin wieder geöffnet und wir gingen zu Tageszeiten hin, von denen wir dachten, dass der „Ansturm“ überschaubar sein würde.

Der kleine Sohn schaufelte mit seiner Schippe ganz viel Sand auf ein Holzbrett und formte daraus verschiedene Sandkuchen. „Geburtstagskuchen“, erklärte er mir. Zu der Zeit war der Geburtstag des großen Sohnes als Thema präsent und wir mussten immer wieder abwägen, was für Möglichkeiten wir zu diesem Anlass hatten. Gerade wurde entschieden, dass sich zwei Haushalte wieder treffen durften, so dass wir uns für die Geburtstags-Wochenende Variante entschiede, wo er jeden Tag einen Freund einladen durfte. Ich war überrascht, wie sehr der kleine Sohn das verinnerlicht hatte, als er mit dem obigen Satz ankam. „Ich darf dann so viele einladen, wie ich möchte“… das musste ich erst einmal sacken lassen.

Natürlich ist mir bewusst, dass wir damit dieses Jahr nicht alleine da stehen. Wie viele mir erzählt haben, dass sie teilweise ihren Geburtstag einfach alleine verbracht haben oder per Videochat. Gott sei Dank konnten die Kinder wenigstens das ab und an nutzen, um mit Freunden oder Familie zu quatschen. Hachja…

Wie normal sich nach den Ferien dann auf einmal alles wieder anfühlte…

Je näher das Ende der Sommerferien rutschte, desto aufregender waren die vielen Neuigkeiten und überrascht war ich, als es hieß, dass die Kinder erstmal wieder ganz normal in die Schule starten würden. Natürlich mit einigen Einschränkungen. Inzwischen durfte zumindest das Heldenkind die Kita wieder besuchen.

Lange hatte ich Angst, dass wir quasi eine neue Eingewöhnung würden starten müssen, aber ich wurde eines besseren belehrt. Das war wieder so ein Moment, in dem einem bewusst wurde, was das alles eigentlich mit den Kindern anstellt. Der kleine Sohn war so dankbar für dieses Stück „Normalität“ und dass er endlich all seine Freunde wieder regelmäßig sehen konnte, dass nicht ein Mal der Wunsch bei ihm aufkam, dass ich ihn früher abholen soll (was zuvor manchmal der Fall war). Alle wirkten etwas ausgeglichener. Das war so wichtig für ihn.

Das Wetter war herrlich, die Aufregung groß und da viele Lockerungen nun möglich waren, eröffneten sich uns wieder ein paar neue Möglichkeiten. Wie schön, dass es noch klappte, dass uns unsere Frankfurter Freunde zum Ende der Ferien spontan besuchen konnten. Ein gelungener Abschluss und das Highlight dieses Sommers! Die Kinder genossen die Zeit miteinander so sehr, so dass wir den Plan fassten im Herbst noch einmal einen Gegenbesuch zu starten. Diese Möglichkeit war nun endlich wieder greifbar. Kombiniert werden sollte dieser Ausflug dann mit dem Besuch vom Playmobil Fun Park. Das haben wir schon so lange auf dem Schirm und viele Freunde hatten das nun während der Sommerferien gewagt und davon geschwärmt. Vorfreude wuchs in uns allen.

Doch erstmal musste der Schulanfang bewältigt werden.

Da saß ich nun am Tag vor dem regulären Schulbeginn und nähte 9 Masken. Drei für die Schule, drei für den Alltag und drei als Ersatz, damit wir regelmäßig wechseln konnten. Kleine Fläschchen mit Desinfektionsmittel wurden aufgefüllt und alles in den Schulranzen vom Sohn verpackt. Ein mulmiges Gefühl machte sich in mir breit. Plötzlich sollte es (fast) normal weiter gehen. An manchen Tagen dachte ich, dass die Welt sich gerade irgendwie viel zu normal anfühlt. Vieles fand wieder regulär statt: Training, kleine Spiele… Alles natürlich unter Auflagen, die manchmal nur unter großen Herausforderungen umgesetzt werden konnten. Aber es trug zu etwas Normalität bei, so dass die Kinder es dankbar annahmen.

Es war komisch am ersten Schultag mein Kind einer vollkommen fremden Frau zu übergeben, die ich zuvor noch nie gesprochen hatte. Es durfte aber keine Einführungsveranstaltung geben. Keinen Kennenlern-Elternabend. Sie kam, sagte uns wann der erste Schultag enden würde und nahm all die Kinder mit, ließ einen Haufen ratloser Eltern zurück. Schulwechsel an sich ist ja schon eine Herausforderung, aber so war es das noch viel mehr und wirklich nicht einfach. Für uns alle…

Nun liegen die ersten zwei Monate Schule hinter uns und der Anfang war holprig, aber es wird. Hier und da gab es erste Corona-Fälle in verschiedenen Schulen und teilweise wurden Klassen, irgendwo sogar nochmal eine ganze Schule geschlossen. Da ist er wieder, dieser fade Beigeschmack. Der bunte Nachmittag zum Kennenlernen durfte nicht stattfinden. Wegen Corona. Eine Klassenfahrt wird es nicht geben. Wegen Corona. Ausflüge nur unter erschwerten Bedingungen. Wegen Corona. Man merkt es den Kindern an. Sie wissen nicht so recht, wie sie damit umgehen sollen. Bisher gab es jedoch kein Homeschooling, keine Schulschließung, kein Corona in der Klasse des Sohnes und somit keine Quarantäne. Uff, Glück gehabt.

Genervt

Ich rechnete jeden Tag mit dieser Meldung…

Es ist wirklich die absolute Horror-Vorstellung für mich: Meine Kinder in Quarantäne. Sie würden eingehen. Sie schaffen es ja so schon kaum einen Tag mal die Füße still zu halten, wenn sie krank sind und sich erholen sollen. Wie soll ich sie 2 Wochen zu Hause „einsperren“? Gut, bisher war das nicht nötig *klopfaufholz* und ich hoffe, dass das auch so bleiben wird. Aber die Vorstellung… Dazu habe ich woanders schon den einen oder anderen spannenden Artikel gelesen.

Gefühlt rückt uns das böse C aber nun mehr und mehr auf die Pelle. Die Zahlen steigen. Erschreckend und ich kann nur den Kopf schütteln. „Lies die Berichte“, sagt man mir und jeder hat eine andere Meinung. Ich mag das alles nicht mehr lesen. Ich bin wirklich genervt und habe die Nase voll davon. Ich bin nach wie vor der Meinung, dass es niemanden weh tut ab und an eine Maske aufzusetzen und sich einmal mehr die Hände zu waschen. Wir verzichten seit Wochen und Monaten auf schöne Erlebnisse, schränken uns ein und enttäuschen die Kinder am laufenden Band. Das tut weh, aber sie verstehen es. Man kann Skeptiker sein oder nicht, aber man kann dabei dennoch rücksichtsvoll sein, oder? Ich weiß auch nicht. So oder so sollte man es nicht darauf anlegen sie zu bekommen, oder?

Ja, auch wir haben uns im Laufe der Zeit wieder mehr rausgewagt. Aber nie ohne Maske, nie ohne Desinfektionsmittel in der Tasche und immer mit ausreichend Abstand. Wir meiden die Öffentlichen, fahren entweder mit Auto oder (so lange das Wetter es zulässt) mit Fahrrad. Bleiben meist in der näheren Umgebung oder wählen Tageszeiten, an denen Orte nicht so stark besucht sind. So kann man dennoch das eine oder andere schöne Erlebnis schaffen. Es geht durchaus…

Und nun müssen wir doch wieder enttäuschen!

Der Gegenbesuch ist abgesagt. Kein Wegfahren in den Herbstferien. Wir waren dieses Jahr für genau zwei Tage weg. Im März. In Hamburg. Spontan. Wenn ich so darüber nachdenke, dann war das ein Stück weit das Highlight in diesem Jahr. Immer, wenn wir etwas anvisierten kam das böse C dazwischen. Nun haben wir unseren Besuch abgesagt. Die Kinder sind traurig. Genau wie wir. Vier Tage wollten wir dort verbringen und den Ausflug mit dem Park kombinieren. Erst wollten wir nur den Park lassen, weil wir Angst hatten, dass dieser vielleicht kurzfristig geschlossen werden würde. Die erste Enttäuschung für die Kinder. Sie hatten sich so darauf gefreut.

Nun haben wir auch den Besuch bei den Freunden abgesagt. Ihr Ort und natürlich auch Berlin wurden zu Risiko-Gebieten erklärt. Es macht ja keinen Sinn. Am Ende tun wir uns damit keinen Gefallen, auch wenn die Trauer deswegen nun bei allen Beteiligten groß ist und wir uns fragen, ob wir uns in den nächsten Monaten überhaupt noch einmal sehen werden. Es nervt mich so. Wirklich, das alles nervt mich massiv. Es stresst mich und das merke ich…

Aber ich bin auch dankbar!

Das möchte ich immer wieder betonen. Ich bin dankbar dafür, dass es bisher keinen von uns getroffen hat. Ob das nun an den Maßnahmen liegt oder nicht, das sei mal so dahingestellt. Aber ich möchte eigentlich glauben, dass all diese Enttäuschungen und Absagen einen Sinn hatten und eben dazu beigetragen haben.

Ich bin dankbar, dass man auch in einem Lockdown heutzutage nicht alleine ist. Dass wir uns in einer Zeit befinden, in der so viele Möglichkeiten existieren, um in Kontakt zu bleiben, Spaß miteinander zu haben. Man kann telefonieren, sich schreiben und sich sogar via Videochat unterhalten. Letzteres haben wir nun ja neulich mit unseren Freunden gemacht. Ein kleines Oktoberfest am Bildschirm. Wenn wir uns schon nicht besuchen, dann doch wenigstens quatschen und sehen. Man kann heutzutage dennoch so viel aus all dem herausholen und dafür bin ich wirklich, wirklich dankbar.

Ich bin auch dankbar, dass manches trotzdem läuft. Die Kinder nicht auf Lieblingsdinge verzichten müssen. Dass sie essen können, was sie wollen, dass sie spielen können, dass wir eben doch ein Fleckchen Natur vor der Türe haben, so dass sie sich auch trotzdem draußen austoben können. Vieles ist immer noch machbar und greifbar. Es geht uns also im Grunde nicht schlecht.

So mag ich zwar genervt sein von all dem, von dieser Gesamtsituation und der Tatsache, dass uns das alles so wohl noch eine Weile mit all unseren Unsicherheiten und Zweifeln begleiten wird, aber es ist nicht alles schlecht. Da sind Möglichkeiten. Lasst mich ein wenig genervt sein. So wie viele andere auch! Und dann atmen wir einmal tief durch, zählen bis 10 (sagen uns bei jeder Zahl vielleicht etwas Gutes), stehen auf, richten die Krone und machen weiter!

6 Kommentare zu „Ich bin dezent genervt…“

  1. Bei uns haben einige Reisen funktioniert, aber natürlich ganz anders als „normal“. Unsere Kinder tragen es ziemlich mit Fassung, aber es nervt sie, sie wünschen sich Normalität und dass eben auch andere Menschen Rücksicht nehmen. Die zweite Welle wird heftig und ich habe richtig Angst. Zuhause haben wir Corona schon im Haus (zum Glück haben alle milde Verläufe). Irgendwie fehlen eben die Highlights bzw. ich weiß nicht, was kommt. Unser Hauptziel ist gesund zu bleiben und dass wir zusammen sind. Danke fürs Verlinken!

    1. Ich staune auch immer wieder, wie gut sie das alles mitmachen. Selbst der Kleine trägt oft freiwillig seine Maske und will jedes Mal die Hände desinfizieren… Dennoch ist es für sie schwer zu ertragen ständig ein „nein, das geht jetzt nicht“ zu hören. Wir Erwachsenen leiden genauso darunter, aber für sie ist es noch viel schwerer greifbar. Man merkt, dass das alles diese Generation Kinder sehr verändert.

      Noch hatte es keiner in unserem unmittelbaren Umfeld, aber wir hören immer öfter davon von Bekannten oder von Arbeit. Der Mann ist ja erfreulicher Weise seit geraumer Zeit im Homeoffice.

  2. oh ich kann dich so verstehen. ich war sehr sehr erleichtert, dass die grosse noch nicht in die schule gegangen ist und auch noch nicht gekommen ist (ganz regelgerecht normal.). und ja die kita schliessungen waren hart und (irgendwie erwarte ich es fast wieder). werden auch wieder hart, aber ich war erstaunt, wie gut sie das mitmachen. da sieht man, wie adaptierbar menschen sind. aber es schlägt auf die laune. ich tröste mich damit, dass unsere kinder wohl in den nächsten jahren ausflüge und rausgehen, geburtstagsparties und urlaube, klassenfahrten wohl sehr viel mehr schätzen lernen. ich bin privat sehr froh, dass wir uns für ein zweites kind entschieden haben, und ob es das alter ist oder eben corona, neben streit spielen sie auch sehr schön miteinander. sie sind eben nicht nur allein.
    aber wie du, habe ich oft ein schlechtes gewissen. statt 2 wochen urlaub, gab es nur eine. und wenige ausflüge. oft nur ins grüne. familie wurde oft nur draussen getroffen. ein wald in der mitte quasi. die grosse hat die entspannung im sommer genutzt und ausgiebig urlaube bei den grosseltern gemacht, für den tapetenwechsel. die kleine hat dann mal die volle aufmerksamkeit genutzt… aber es wird in den köpfen der kinder drin bleiben… soviel ist garantiert…
    und nach momentanen zahlen hoffe ich natürlich, dass möglichst wenig kinder ihre grosseltern verlieren, aber es sieht leider ja sehr danach aus, dass nach den winter fast jeder jemanden kennt, den er verloren hat. schade, dass es soweit kommen wird. 😢🧐

    1. So weit versuche ich immer gar nicht zu denken. Ich hoffe natürlich auch, dass den Kindern ihre Großeltern erhalten bleiben.

      Ja, ich war auch im Lockdown dankbar, dass sie einander hatten. Sie teilen viele Interessen, obwohl fast 5 Jahre zwischen ihnen liegen und sie können so toll miteinander spielen. Aber man merkte ihnen irgendwann doch deutlich an, dass sie auch dringend Auszeiten voneinander brauchten und vor allem ihre Freunde *seufz*.
      Der große Sohn bewegt sich nun langsam in Richtung Vorpupertät und das macht es für ihn auch nicht einfacher… *seufz* … ja…
      Vieles bekommt nun eine vollkommen neue Bedeutung und Besonderheit. Ich bin gespannt, was nach dem Winter alles noch möglich sein wird und überhaupt, wie dieser Winter für uns alle noch laufen wird.
      Ich rechne auch mit einem weiteren Lockdown.

  3. Ich danke dir sehr für deinen Artikel!
    Bei uns ist es das Jahr der abgesagten Hochzeit, der Trauerfälle und der ständigen Angst um Schwiegermutter oder meinen Vater. Wir versuchen das beste draus zu machen, doch es nervt. Alles nervt nur noch. MNS etc ist kein Problem, doch diese ständigen Diskussionen mit unvorsichtigen Personen, die aber leider Eltern der Freunde unseres Kindes sind….
    Hoffen wir gemeinsam diese scheißZeit (anderes Wort passt einfach nicht mehr) gut zu überstehen.

    Liebe Grüße aus dem Hotspotgebiet Ruhrpott

    1. Ähnliches hatten wir auch. Thema Hochzeit war nicht einfach dieses Jahr, aber es gab eine halbwegs schöne Lösung. Wir haben auch lange lange lange die älteren Familienmitglieder gemieden. Im Sommer dafür dann aber viele Möglichkeiten draußen genutzt.
      Trauerfälle gab es Gott sei Dank noch nicht.
      Aber gerade mit den älteren diese „neuen“ Kommunikationswege zu nutzen ist auch nicht einfach.

      Ich finde wir dürfen es ruhig uns erlauben ab und an auch einfach mal genervt zu sein. Tut Seele auch gut, wenn man all den Scheiß einfach mal raus lässt.

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