Heute ist wieder so ein Tag, an dem ich gefühlt Löcher in die Luft gestarrt habe. Das klingt schrecklich unproduktiv, aber das war ich bis hierher eigentlich gar nicht. Ich war schon früh am Morgen unterwegs, habe mich um wichtige Dokumente und etwas Haushalt gekümmert. Dabei wog die mentale Erschöpfung allerdings schwer, auch wenn die Dinge sich grundsätzlich wieder etwas geordneter anfühlen, als es letzte Woche der Fall war. Vielleicht auch, weil sich gestern endlich mal etwas Sonne zeigte und die Gehwege wieder wie Gehwege aussahen. An solchen Tagen greife ich gerne eben doch auf solche kleinen Blogprojekte zurück, wie eben das Lebens ABC.
Inhaltlich geht es darum zu jedem Buchstaben des Alphabets ein Wort zu finden, das in unserem Leben eine wichtige Rolle spielt und dann dazu ein wenig zu erzählen. Die Vielfalt der Wörter erlaubt es uns dabei mehrere “Runden” in diesem Projekt zu drehen. Wer mehr darüber wissen möchte, konnte bei Sven alles Wichtige dazu nachlesen, leider geht die Seite aktuell nicht. So viel zur Einführung, die hier immer gleich ausfallen wird *lach*.
Hier mein bisheriges ABC: A-Alltag || B – Ball || C – Collaboration || D – Disney || E – Ehrenamt || F – Fahrrad || G – Garten || H – Haardrama || I – Irland || J – Jasmin || K – Katzen (-mutti) || L wie Laufen || M wie Mama (sein) || N wie Natur || O wie Organisation || P wie Paket ||
Lebens ABC – Q wie Quatsch?
Q ist einer der seltensten Buchstaben, den man in deutschen Wörtern finden kann, von daher gestaltet sich die heutige Aufgabe sicherlich etwas schwieriger. Mein erster Impuls lautete “Quatsch mit Soße” und ich muss an ein Lied der Kinder-Band “Deine Freunde” denken, das der kleine Sohn eine ganze Zeit lang sehr gerne gehört hat. Das trägt nämlich eben genau den Titel und beschäftigst sich inhaltlich mit Sätzen, die eben keinen Sinn ergeben bzw. Quatsch mit Soße halt sind. Diese Satz wird umgangssprachlich gerne genutzt, um Aussagen entgegen zu wirken, die absolut unsinnig sind. Wie halt zum Beispiel im Lied von Deine Freunde “Kinder sind alt – Eis ist heißt”… japp, das ist Quatsch, oder?
Wie oft denken wir in so manchem Gespräch mit einem Gegenüber darüber nach, was für einen Quatsch der da redet und somit ist das Wort für uns ja doch relativ negativ behaftet. Aber es gibt ja durchaus auch andere Interpretationsmöglichkeiten davon. Dachte ich zumindest, bis ich es eben mal im Wiktionary eingegeben habe. Bevor ich darauf näher eingehe, vielleicht kurz, woran ich noch dachte.
Quatsch machen ist nicht gleich schlecht, oder?
So zumindest meine Interpretation der Dinge. Wenn ich zum Beispiel sage, dass ich mit den Kindern gerne auch einfach mal Quatsch mache, dann denke ich dabei nicht an etwas Abwertendes, sondern meine damit vielmehr, dass ich gerne mit ihnen herumblödle, also Lache und rumalbere. Lustige Momente mit ihnen erschaffe, die uns zum Lachen bringen.
Oder wenn ich sage, dass ich mich mit Freunden treffe, um mit ihnen ein wenig zu quatschen. Dann meine ich damit doch, dass wir gesellig beisammen sitzen und wir uns ein wenig austauschen über die Dinge, die uns zuletzt so beschäftigt haben und meist ist das doch eine eher schöne Zeit, oder?
Für mich bildet das Wort “Quatsch” also nicht unbedingt eine Situation, die negativ behaftet ist.
Per Definition scheint das aber eben doch der Fall zu sein…
…denn Wiktionary sagt uns, dass “Quatsch” immer im Zusammenhang mit abwertenden Sachen genutzt wird. Also im Zusammenhang mit kindischem Benehmen, unüberlegten Handlungen oder unklugen Aussagen. Das wirft alles wirklich in ein eher dunkles Licht, oder? Wenn ich also sage ich mache mit den Kindern Quatsch, dann ist es ein nicht gern gesehenes kindisches Verhalten? Wenn ich sage, wir quatschen zusammen, ist dies meist in einem unüberlegten oder unklugen Rahmen? Ohje, irgendwie lässt mich das gerade alles hinterfragen… Wer hätte das gedacht!
Übrigens kann Quatsch auch breiiger Matsch bedeuten. Jajaja… so kann’s gehen, nicht wahr? Zumindest kann ich nach all dem das Wort wohl nicht mehr so unbedacht verwenden, wie ich es vorher getan habe.
Daher würde mich mal interessieren, ob “Quatsch” für euch schon immer eher ein abwertendes oder eher ein neutrales Wort war. Natürlich habe ich auch sehr oft den Satz “Red’ nicht so einen Quatsch” gesagt, aber selten habe ich es wirklich negativ gemeint. Wie geht es euch damit?
Stattdessen könnten wir für das Q ja auch einfach Quidditch nehmen!

Das wäre natürlich auch eine Alternative gewesen und hätte uns mehr in eine Welt gebracht, die zu meinem kindischen und nerdigen Ich gehört, das hier immer wieder mal durchblitzt. Immerhin steht in unserem Schrank sogar ein waschechter Quaffel, den meine Schwester dem großen Sohn damals aus London mitgebracht hat und als wir vor Jahren mal “Das Schloss” im FEZ besucht haben, hat sich der Sohn einen “fliegenden” Besen im Hufflepuff Design selber gebaut. Zu seiner Geburtstags-Party “flogen” überall goldene Schnatze herum, in denen sich Runen-Rätsel verbargen und auch allgemein passt Quidditch sehr gut in diese Sport begeisterte Familie…
Ja, vielleicht hätte ich lieber Quidditch wählen sollen *lach*… Naja, nun ist zu spät. Welches Wort fällt euch bei Q als erstes ein?


Ich verbinde mit Quatsch auch eher positive Aspekte. Wenn man eben abschalten kann und sich komplett der Albernheit hingibt. Das sind doch die schönsten Momente und kommt inzwischen im Alltag viel zu selten vor. Wir brauchen alle mehr Quatsch!