Lebens-ABC
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Lebens ABC – P wie Paket

Heute widmen wir uns einem weiteren Buchstaben im Lebens ABC und mein erster Reflex ging auf ein vollkommen anderes Wort als das letztendlich gewählte. Ich muss aber ehrlich zugeben, dass ich nicht bereit war so emotional dieses Mal in meine Gefühlswelt tauchen zu gehen, so dass es doch ein etwas oberflächlicherer Begriff wurde, denn ich aber in verschiedene Bedeutungen aufteilen werde.

Inhaltlich geht es darum zu jedem Buchstaben des Alphabets ein Wort zu finden, das in unserem Leben eine wichtige Rolle spielt und dann dazu ein wenig zu erzählen. Die Vielfalt der Wörter erlaubt es uns dabei mehrere “Runden” in diesem Projekt zu drehen. Wer mehr darüber wissen möchte, kann gerne hier bei Sven über alles Wichtige dazu nachlesen. So viel zur Einführung, die hier immer gleich ausfallen wird *lach*.

Hier mein bisheriges ABC: A-Alltag || B – Ball || C – Collaboration ||  D – Disney || E – Ehrenamt || F – Fahrrad || G – Garten || H – Haardrama || I – Irland || J – Jasmin || K – Katzen (-mutti) || L wie Laufen || M wie Mama (sein) || N wie Natur || O wie Organisation ||

Lebens ABC – P wie Paket

Nur kurz Vorweg: Das Wort, dass mir eigentlich als erstes in den Sinn gekommen wäre lautete “Papa” und ich hätte euch jetzt ganz viel über den Helden und seine Rolle als Papa hier im Heldenhaushalt erzählen können, aber der Reflex kam eigentlich daher, dass ich vor nun etwas über 18 Jahren meinen eigenen Papa verlor… und an manchen Tagen vermisse ich ihn ganz furchtbar. Da ich aber das Jahr mit Kraft und Motivation starten möchte, bin ich dieses Mal für diese Art von Tiefe nicht bereit.

Also wurde es das Wörtchen “Paket”. Was für ein Kontrastprogramm, oder? Von einem so Bedeutungsschwerem Wort wie Papa auf Paket kommen. Sowas bekomme auch wieder nur ich hin, oder?

Wieso also Paket?

Wenn ich banal an dieses Thema herangehen möchte, dann kann man wohl sagen, dass wir hier von einem Leidensweg des Mannes sprechen könnten. Hier kommen nämlich oft Pakete an. Und ja, überwiegend wegen mir. Teilweise durch den Blog, teilweise durch den einen oder anderen Kontakt, manchmal von Maru aus Frankfurt und manchmal einfach deswegen, weil heutzutage vieles hier bei uns über Onlinebestellungen abläuft. Sei es, weil die Kinder neue Hosen oder Trainingsklamotten brauchen, Schulbücher oder andere Sachen in der Art oder eben auch aus anderen Gründen. Fakt ist: Der Postbote klingelt recht oft bei uns.

Es ist zudem ein ewiges Drama, dass bei uns Pakete gerne einfach vor die Türe gelegt werden. Was wir da nicht schon alles erlebt haben. Da lagen schon Pakete im Regen, im Gebüsch des Vorgartens (von dem ich nur durch Zufall in der Sendungsverfolgung las) oder auf der Bank unter dem Küchenfenster mit einem Wert von… ach ich will gar nicht darüber nachdenken, was gewesen wäre, wenn es einer einfach mitgenommen hätte. Ich zog schon nasse Bücher aus dem Karton oder konnte durch das Küchenfenster zuschauen, wie der Paketbote gar nicht erst klingelte, sondern das Paket einfach direkt ablegte und wieder abhaute.

Mein größtes Highlight war wohl, wie uns mal ein Paket gebracht wurde und der gleiche Fahrer 5 Minuten später bei einem zweiten Paket in die Verfolgung schrieb, dass man uns nicht antreffen konnte und das Paket zurück geschickt wird. Ich meine… bitte WAS? Schön war auch, als es mal hieß, dass es bei mir abgegeben wurde, ein falscher Name aber da stand und auf Nachfrage sich zeigte, dass es beim Absender wieder gelandet war. Oder ein Mal suchte eine Nachbarin ihre Bestellung. Auf dem Zettel stand “Am vereinbarten Ablageort”. Es gab aber keinen vereinbarten Ort und nach zwei Tagen suchen aller Nachbarn fanden wir es schließlich drei Häuser weiter im Kinderwagen einer Nachbarin. Oh, ich könnte euch so viele Geschichten dazu erzählen und ich wette ihr habt auch so einige für mich parat. Ich bin gespannt…

Aber es läuft ja nicht immer so

Es geht auch anders. Diese Erfahrungen habe ich in den letzten Jahren genauso machen dürfen. Wir haben einen Fahrer, der ist so super lieb. Wenn der mich auf meinem Weg zum Bus oder so vom Auto aus sieht, dann ruft er mir schon zu, hält direkt an und gibt mir das Paket raus. Er ist schon so lange bei uns in der Gegend, dass er genau weiß, wo er im Notfall etwas für mich abgeben kann, wenn ich mal nicht da bin…

Früher gab es auch mal einen Paketboten, der hatte sich gemerkt, wann mein großer Sohn Mittagsschlaf gemacht hatte, als er noch ein Baby war, und klopfte dann immer ganz leise an, wenn er etwas für mich hatte. Unglaublich, oder? Wie unterschiedlich das alles ausfallen kann. Mehr davon bitte…

Aber es gibt auch andere Arten von Paketen…

Und ich meine jetzt nicht die physischen Pakete, die wir eben bekommen oder auch gerne mal verschicken. Ich spreche von den sogenannten “Päckchen”, die jeder von uns zu tragen hat. Sie können unterschiedlich groß ausfallen und sind für andere nicht unbedingt sichtbar. Wir tragen sie wie schwere Lasten auf unseren Schultern und manchmal fallen sie eben schwerer aus und manchmal sind sie gar nicht so schlimm. Auf jedem Paket steht etwas anderes drauf. Da ist das eine mit der Aufschrift “Arbeit”, auf einem anderen steht vielleicht “Pubertät”, eines mit “Rechnungen”, eines mit Sorgen, denen wir vielleicht manchmal keinen genauen Namen geben können.

Wir alle haben unsere Päckchen zu tragen und das wird ganz gerne mal vergessen. Dass jeder so etwas hat. Nur eben in anderen Mengen und einem anderen Ausmaß. Während für den einen das Päckchen vielleicht händelbar ist, ist es für den anderen kaum alleine zu stemmen. Da man es aber nicht sehen kann, wissen wir manchmal gar nicht, was für Lasten der Mensch uns gegenüber mit sich herumtragen kann.

Natürlich habe auch ich immer wieder solche Pakete mit mir herum zu tragen und sie sind leider nicht unbedingt immer mit einem schönen Pullover mit einer Mickey Maus darauf befüllt, sondern eben mit Sorgen und Ängsten oder Situationen, die mich vom Schlafen abhalten.

Päckchen, die wir manchmal vielleicht auch irgendwie sichtbar machen sollten, damit man eben mit anpacken kann, wenn sie so schwer werden, dass man sie alleine nicht mehr tragen kann.

Meine Gedanken heute zum Lebens ABC.
Mehr über das Lebens-ABC von Sven erfahrt ihr hier.

Frau Mondgras – Das bin ich, Sari. Gerne auch als Sari Mondgras bekannt und im Internet zu finden. 2-Fach-Mutter, Heldenehefrau, Kreativling, Harmoniesüchtig und ständig auf der Suche nach Glück. Ich komme aus Berlin, bin hier aufgewachsen und lebe hier seit ich denken kann.

13 Comments on “Lebens ABC – P wie Paket

  1. Ich hatte nach deinem Intro schon vermutet, welches Wort du lieber ausgelassen hast. Kann ich verstehen. Es geht nicht immer, emotional so tief einzutauchen. Dennoch hast du mit den “Päckchen” im zweiten Abschnitt ja auch die die schweren Themen nicht ausgeklammert. Es stimmt einfach: Jeder trägt sein Päckchen und man kann als Außenstehende:r nicht reinschauen.

    Was die tatsächlichen Pakete angeht, so ist es schön, dass du viele davon bekommst. Wenn sie denn ankommen. Bei uns funktioniert das glücklicherweise ganz gut, da wir schon sein Jahren einen wirklich tollen Postboten haben, der mitdenkt und einfach nur ein netter Typ ist. Wenn mal was falsch ankommt oder so, dann bringt man es eben schnell die Straße runter. Das ist schon nett hier im Städtchen.

    1. Da hat man “auf dem Dorf” echt seine Vorteile. Wir leben hier ja auch Dorf ähnlich, aber man merkt direkt, wenn man ein anderer Bote die Route hat. Und es hängt halt echt vom Dienstleister ab.

  2. Ach, über Paketboten könnte ich mich auch immer wieder aufregen. Einer gibt das Päckchen Monat für Monat bei der gleichen Person ab, obwohl ich zu Hause bin. Aber ich könnte halt nur, weil dann schaue ich halt, was meine Mutter allein für Mengen bestellt und stelle mir vor, wie viel das dann insgesamt ist und dann tun mir die Leute einfach nur noch leid. Klar, die haben sich den Job selbst ausgesucht, aber das ist ja im Kapitalismus auch immer nur die halbe Wahrheit, die andere hälfte der Wahrheit ist, dass sie irgendwie Geld verdienen müssen, um die eigenen Rechnungen zu zahlen und das es halt irgendwann zu viel wird, was da ausgeliefert werden muss. So haben also auch die Paketträger ihr eigenes Päckchen zu tragen ;)

    1. Wir haben auch einen im Bekanntenkreis und der erzählt uns auch immer wieder, was für ein Wahnsinn das geworden ist und dass die Pakete teilweise gar nicht mehr in den Wagen passen und sich kaum noch in der vorgegeben Zeit austeilen lassen. Ich kann sie ja auch verstehen. Was ich halt nicht verstehe ist sie unbeaufsichtigt in den Vorgarten zu schmeissen…

  3. Hallo Sari!
    Ich hab mir sofort gedacht, dass dein erster Gedanke Papa war – bei mir war’s genauso. Meinen Papa vermisse ich seit 1992. Aber manche Gefühle müsse nicht zwingend in den Blog.
    Deine Geschichten über die missglückten Paketlieferungen sind klasse – und so authentisch!
    Wir sind mal benachrichtigt worden, das Päckchen sei einem Hausbewohner übergeben worden. Was nicht stimmt. Wir suchten das Paket überall, vor dem Haus, hinterm Haus, unter der Treppe, bei den Nachbarn. Nichts. Dann wollte ich melden, dass wir nichts erhalten haben, als wir es total zufällig doch noch gefunden haben: Der kreative Paketbote hat das Ding im Radkasten des Rollers unter der Abdeckplane versteckt. Gut dass ich nicht einfach losgefahren bin, das Päckchen wär geschreddert worden. Oder der Roller, je nachdem.
    Gut, dass es auch anders geht!
    Ein schöner Text über das P!

    Grüße aus dem Mausloch
    Sabine

    1. DAs ist ja auch ein Ding mit dem Roller. Ja, manchmal werden sie echt kreativ. Manche machen ja dann ein Foto für die Sendungsverfolgung. Dann finde ich das auch ok, weil mir halt der Weg zur Abholung erspart bleibt. Aber so ganz ohne Info kommt man ja nicht auf die gleichen Ideen, wie die Boten

    2. Ich war ganz überrascht als ich die Überschrift gelesen habe, was kann man denn zum Thema “Paket” schreiben, aber ja Du zeigst dass es geht und den Gedankengang von Pakete die wir bekommen und die wir selbst tragen müssen, finde ich schon interessant, darauf wäre ich glaube ich nicht gekommen. Ein sehr schöner Beitrag!

      Ja, dass mit den Paketboten kenne ich auch. Mein Paket wurde auch schon einfach in den Fahrstuhl gelegt, geht finde ich auch gar nicht, hätte sich sonst wer nehmen können oder es kommt gar nicht an, kenne ich auch, deshalb gehe ich dann doch lieber in den Laden. Ja, Päckchen trägt jeder mit sich – mal mehr, mal weniger.

      LG Edeline

  4. Über Päckchen von Paketboten habe ich nicht ganz so viel zu berichten. Wir bestellen zwar auch oft, doch ist meist immer wer zu Hause. Da fällt mir ein, dass vor Jahren ein Päckchen einmal an das komplett falsche Haus geliefert wurde, denn die Hausnummer hatte nicht gestimmt. Der Empfänger kannte uns aber, und hat es uns vorbeigebracht.

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