Kann das weg oder wird das nochmal gebraucht?

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„Mama, NEEEEEIN“, schreit der Miniheld erschrocken, „schmeiss das nicht weg!!“. Verdutzt halte ich in meiner Handlung inne. Ich habe gerade irgendetwas ausgepackt und möchte die Verpackung, den Schnipsel, die Tüte (oder was auch immer) gerade in den Müll schmeißen. „Warum denn nicht?“, frage ich erstaunt, die Hand immer noch still in der Luft über den Mülleimer haltend. „Das brauche ich noch“, bekomme ich nur als Antwort. Mir wird der Müll aus der Hand genommen und das Kind verschwindet schnell aus der Küche, bevor ich noch irgendetwas sagen kann.

Kinder sind kleine Müllsammler, oder?

Ich erinnere mich dabei immer an einen Part aus der Geschichte von Pipi Langstrumpf. Sie, Annika und Peter ziehen eines Nachmittags los und suchen in der Natur Schätze. Dabei sammeln sie Dosen und andere Dinge ein, die sie als wertvoll erachten. Für uns alles nicht nachvollziehbar, da es sich doch offensichtlich um Müll handelt.

#goingoutblogger

Im Grunde möchte ich da Verständnis für haben. Möchte meinen Sohn dabei unterstützen aus alten Dingen Neues zu erschaffen und wenn ich dann und wann etwas in den Händen halte, von dem ich denke, daraus könnte man prima nochmal etwas basteln, dann biete ich es ihm auch sofort an. Nicht umsonst haben wir irgendwie immer gefühlte 50 Klorollen zum Basteln zu Hause und haben daraus auch schon einiges zaubern können.

Vogelfutter

Der Miniheld allerdings hebt quasi alles auf. Und wenn ich sage alles, dann meine ich alles. Aus der Sicht einer Mutter natürlich. Wenn ich mir die Gedanken dahinter erklären lasse, finde ich es auch vollkommen logisch, warum er jetzt unbedingt den Flaschendeckel oder den Stiel vom Eis noch braucht. Neulich habe ich Pappe für ihn aufgehoben, weil sie wie ein Haus geformt war. Er war schlicht weg begeistert.

Die Phantasie der Kinder sollte man einfach nicht in Frage stellen, oder?

Immer wieder stelle ich fest, dass Dinge, die für mich keinen Sinn ergeben für meine Kinder wie Welt darstellen. Immer wieder merke ich, dass ich manchmal noch viel zu lernen habe. Von und mit meinen Kindern. Allem voran die Tatsache, wieder ein bisschen mehr Kind zu sein und das Erwachsene ab und an auch mal wieder abzulegen. Das kindliche Denken ist magisch und unbezahlbar.

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Klar, manchmal stehe ich im Zimmer des Großen und möchte gerne schreien. Schreien, weil so viel rum liegt. Kindliche Unordnung halt. Und dann sehe ich mich am Boden herum kriechen, Dinge einsammeln und alle zwei Minuten fragen „Kann das weg oder wird das nochmal gebracht“. Dinge werden nämlich immer gerne eingesammelt und aufgehoben, aber in den seltensten Fällen tatsächlich genutzt. Und so häuft sich das alles. Und dann möchte ich schreien. „Kann das bitte weg, mein Kind“. 

kicker05

Und dann komme ich an einem anderen Tag in sein Zimmer und finde ihn am Boden oder an seinem Schreibtisch sitzend vor. „Was machst du da“, frage ich interessiert und gezeigt werden mir dann seltsame bunte Gebilde, Fußballfelder aus verschiedenen Zetteln oder andere kreative Ideen, die aus dem Gesammelten umgesetzt wurden. Diese Momente, an die ich mich versuche zu erinnern, wenn mein Kind mal wieder die Jackentaschen voller Steine und Federn hat.

Kommt euch das bekannt vor?

sari-unter

3 Kommentare

  1. Kenne ich zu gut. Hier liegt z. B. auch seit Wochen ein Stück Ast herum. Die Sache ist, wegschmeißen geht schon – sie denken da meist eh nicht mehr dran. Aber wehe dem sie erwischen dich dabei! 😀

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