Gedankentagebuch
Gedankenwelt

Gedankentagebuch #54 – Einfach atmen?

Bevor wir uns in den nächsten Tagen weiter den Dingen widmen, die ich nun zwei Wochen lang habe schleifen lassen, will ich mir heute mal ein wenig Zeit nehmen, um eben diese 2 Wochen ein wenig mit euch (oder doch vor allem mir) zu verarbeiten. Immerhin steht für April noch ein neues Ausmalbild aus, das Lebens ABC (und der Buchstabe S bietet einiges an Potential), das neue Bloggerschnack Thema und dann ist ja auch fast schon wieder Zeit für den nächsten 12tel Blick… und hier fängt es nun endlich etwas an zu blühen, so dass ich großer Hoffnung bin, dass es zum Zeitpunkt des Fotos tatsächlich ein wenig was zu sehen gibt.

Doch was war eigentlich los?

Ich hatte es ja mehrfach angedeutet: Eine große Baustelle stand ins Haus. Wir leben in einem recht altem Reihenhaus und es war an der Zeit, dass die Fenster ausgetauscht wurden. Das ist natürlich nicht von jetzt auf gleich erledigt und ein ziemlicher Aufwand, daher war ich ganz froh, dass der Termin in die Ferien fiel. So hatte das Ganze eher weniger Einfluss auf den Schul- und Arbeitsalltag. Leider aber dafür umso mehr auf die Ferien der Kinder, die ja eher erholsam sein sollen. Stattdessen saßen wir zwei Tage lang bei Durchzug unter Decken und hatten zudem auch noch das große Pech, dass es genau an den zwei Tagen, an denen es hier wild werden würde, in strömen regnete und zwischenzeitlich sogar hagelte. Eigentlich ein Wunder, dass alles klappte.

Leider zogen die Fenster aber auch noch ein paar andere Maßnahmen mit sich, damit diese ohne Probleme eingesetzt werden könnten und diese inkludierten aufgestemmte Wandteile und Boden und das wiederum bedeutet für uns im Nachgang eben noch einiges an Schnitzarbeiten. Die Fenster waren nach zwei Tagen ausgetauscht und die Arbeiter wieder weg. Der Rest würde nun in unseren Händen liegen und in denen der Handwerker, die jetzt noch ein zwei Sachen für uns anpassen mussten. Also insgesamte alles etwas sehr aufwändig.

Zwischendurch fühlte ich mich an das große Drama bei uns zu Hause erinnert, in dem wir über ein halbes Jahr lebten, nachdem der Sturm Xavier unser Dach beschädigt und einen riesigen Wasserschaden im Haus verursacht hatte. Ein Zustand, der uns alle wirklich sehr gefordert hatte. Kaum zu glauben, dass das auch schon wieder 8 Jahre her sein soll. Wahnsinn…

Aber auch damals wurde irgendwann alles wieder schön

Und das ist es, was man sich dabei die ganze Zeit vor Augen halten muss, nicht wahr? Es muss immer erst einmal mea chaotisch sein, damit es danach gut wird. Das kennen wir doch auch aus den Tagen, wo wir uns mitten im Kinderzimmer wiederfanden, um uns herum viel zu viel Zeug, wir versunken in Erinnerungen beim Aussortieren und am Ende hatte man es dann auf einmal so richtig schön gemütlich.

Aber diese Phase dazwischen, die ist wirklich immer sehr herausfordernd. Vor allem, wenn immer wieder neue Probleme oder Hürden auftauchen und das Ende noch so unerreichbar erscheint.

Dann sind es immer die kleinen Erfolge, die wir feiern. Zum Beispiel habe ich wieder eine ganze Menge entsorgen können. Ich habe einen großen Sohn, der überglücklich ist, weil er nun endlich den neuen Boden im Zimmer hat, den wir bei der Gelegenheit gleich verlegt haben, und die die Gelegenheit genutzt hat, um sein Zimmer nochmal etwas umzustellen.

Oder nachdem wir am Wochenende erfolgreich selbst im Wohnzimmer den neuen Boden verlegt hatten und ich nach und nach alle Kisten wieder ausräumen und in die Schränke verräumen konnte, so dass das Wohnzimmer nicht mehr wie von Wasserschade-2018 aussah und ich bei schönem Licht gemütlich am Abend auf dem Sofa saß und das Ergebnis genießen konnte. Kleine Zwischenschritte… und die Möglichkeit neu zu justieren. Dinge zu verändern, die einem schon länger ein Dorn im Auge waren.

Wir sind gerade gut in Fahrt

Das sagte der Mann neulich zu mir. Hochmotiviert nach dem Erfolgserlebnis mit dem Boden. Ich glaube jetzt können wir alles schaffen *lach*. Es sind so kleine Dinge, die wir jetzt angehen wollen, die in den letzten Monaten einfach liegen geblieben sind. Teils aus Mangel an Zeit, teils mangels Motivation, weil wir einfach zu durch waren von allem anderen… Ein gutes Beispiel dafür ist eben zum Beispiel das Zimmer des großen Sohnes. Nun wollen wir die nächsten Ferien direkt nutzen, um das auch beim kleinen Sohn umzusetzen. Leisten im Flur… die gewünschten Paneele noch im Zimmer des Sohnes. Hier und da ein Regalbrett.

Aber erst einmal stehen noch zwei Handwerker-Termine aus, die leider noch ein paar Tage hin sind. Das ist aber ok, da wir aufgrund der Dienstreise des Mannes in dieser Woche eh nicht viel hätten machen können. Das ist auch der Grund, warum ich schon einmal angefangen habe den Malerpinsel zu schwingen. Das gehört witziger Weise zu den Dingen, die ich sogar ganz gerne mache: Wände streichen. Wenn alles um einen herum nach und nach neu gemacht wird, dann fallen einem an anderen Stellen auf einmal die Gebrauchsspuren auf. So auch im Flur. Keine neue Farbe, aber ein frischer Anstrich und alleine das macht schon so einen Unterschied. Auch wenn man alles dann wieder anhängen will und feststellt, dass alleine schon ein ausgetauschtes Bild so viel ausmachen kann an Wirkung. Manchmal ist es wirklich gut einen Raum einfach leer zu machen und nochmal von vorne zu füllen. Stellenweise merkt man, dass einem vieles gar nicht fehlt und man lässt es guten Gewissens weg… und stellenweise zeigt sich, dass das eine oder andere an einem neuen Platz viel besser zur Geltung kommt.

Ich bin gespannt, was sich noch einmal tut, wenn der eine Handwerker da war und wir die entsprechenden Wände dann auch neu machen. Neue Farbe? Neue Tapete? Wer weiß… Aber grundsätzlich gebe ich uns noch 2 weitere Woche und dann sind wir hoffentlich mit allem durch. Spätestens zum 15. Geburtstag des großen Sohnes.

Auch so ein Thema für das Gedankentagebuch

Zumindest, wenn es nach dem großen Sohn geht, der seit Tagen durch die Räume wandert und vor sich hinmurmelt, dass er ja bald 15 wird. Ich meine… HEY, was soll ich sagen? Mein Baby wird 15? Beim Einräumen der Wohnzimmerschränke fielen mir die alten Fotobücher in die Hände, die ich früher immer erstellt habe und drei davon waren aus der Baby Zeit eben dieses jungen Mannes. Ja, MANNES… kein Baby mehr. Und da macht er sich Gedanken, dass er 15 Jahre alt wird. Pfh… was ist 15 schon für ein Alter?

Tatsächlich haben wir festgestellt, dass das einzige, was mit 15 für ihn jetzt anders wird die Tatsache, dass er nun offiziell ins Gym gehen könnte. Die nächste Etappe kommt erst mit 16 und die mit 14 hat er hinter sich gelassen. Eigentlich ist 15 tatsächlich so ein seltsames Zwischenjahr, oder?

Das Einzige, was das neue Lebensjahr für ihn bringt ist, dass er nun mit dem Abitur anfängt. Oh man… einige in seiner Mannschaft sind schon in der Ausbildung. Da mag ich gar nicht drüber nachdenken. Aber ich erwähnte ja neulich schon, dass sich beim ihm so langsam eine berufliche Idee abzeichnet und darüber bin ich echt froh. Vor allem, weil wir Jahre lang keinen Gedanken hatten, was passen würde… außer etwas, das mit Sport zu tun hat. Da hat sich im letzten Jahr viel bei ihm getan und er hat eine Leidenschaft entwickelt, die parallel zum Sport ebenfalls viel Interesse bei ihm weckt. Nun gut, es ist wie es ist…

Es tut gut, dass man langsam wieder ein wenig mehr atmen kann

Die Ferien sind vorbei, der Mann musste direkt auf eine Dienstreise und die Kindern starteten mit Schule wieder voll durch. Beim kleinen Sohn steht eine Klassenfahrt an und auch beim grpßen folgt bald eine sowie ein Sozialpraktikum. Einige Auswärtsfahrten stehen noch auf dem Plan beim kleinen Sohn und natürlich spannende Staffelspiele, die eine oder andere Klassenarbeit und tatsächlich – wie es aussieht – ein Schulwechsel nach dem Sommer. Einige Sachen, mit denen wir uns also familär noch beschäftigen müssen. Natürlich ist da der Ausblick auf Malerarbeiten und mehr gerade nicht so bombig, aber dennoch merke ich, wie ich wieder etwas ruhiger werde und atmen kann.

Dafür schreit mein Körper seit Tagen. Nach all dem Möbel und Kisten tragen der letzten zwei Wochen, dem ungemütlich schlafen und dem Frieren, da wir derzeit ohne Heizung sind, macht sich das körperlich halt einfach auch bemerkbar. Und dennoch fühlt es sich jetzt wieder nach Atmen an. Verrückt, oder? Oder auch einfach schön. Es sind so kleine Dinge, die gerade dazu beitragen. Dass die Sonne sich wieder mehr zeigt. Dass es länger hell ist. Dass das Wohnzimmer (trotz Baustellenwand) wieder wie ein Wohnzimmer wirkt und so weiter… Wir finden Stück für Stück zurück in den geregelten Alltag und ganz am Ende wartet eben etwas auf uns, das dann einfach schön ist. Mit dem Ziel vor Augen (und all den schönen Frühlingsblühern vor den nun strahlenden hellen Fenstern) wird doch nach und nach gerade alles wieder ein wenig leichter.

Frau Mondgras – Das bin ich, Sari. Gerne auch als Sari Mondgras bekannt und im Internet zu finden. 2-Fach-Mutter, Heldenehefrau, Kreativling, Harmoniesüchtig und ständig auf der Suche nach Glück. Ich komme aus Berlin, bin hier aufgewachsen und lebe hier seit ich denken kann.

Ein Kommentar

  • bullion

    Ich mag wie positiv dein Ausblick trotz all der Strapazen ist. Das ist wirklich schön zu lesen. Und ja, es ist doch wirklich immer so, dass man danach auch Ergebnis sieht, für das sich all der Aufwand lohnt. Zumal dieses auch länger nachhält, als die Strapazen selbst, die man irgendwann vergessen bzw. verdrängt hat. 😄

    Wenn die Kinder älter werden, ist das wirklich immer verrückt. Das Zappelinchen wird dieses Jahr 16. Heute Morgen ist sie zum ersten Mal auf einen Schüler:innenaustausch geflogen und wird zum ersten Mal in einem fremden Land bei einer fremden Familie sein. Einerseits schön andererseits auch beängstigend, wenn sie selbstständig werden. Man (ich) kommt da eben nicht raus, sie als die “Babys” zu sehen, die sie mal waren. Was natürlich quatsch ist, denn inzwischen ist sie eher eine junge Frau. 🙂

Eine Antwort schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert