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Große Veränderungen im Schulalltag

Zwei Wochen Schule sind geschafft und vielleicht nehmen wir uns heute einfach mal ein zwei Minuten Zeit, um diese zu verarbeiten. Ich hatte in den Ferien und vorher schon immer wieder angekündigt, dass doch ganz schön viele Veränderungen auf uns zukommen würden und diese haben wir nun ganze zwei Wochen lang gestemmt.

Abitur und Oberschule

Zwei große Wörter, die uns nun beschäftigen. Der kleine Sohn hat in diesem Jahr beschlossen den frühzeitigen Wechsel auf das Gymnasium zu versuchen – so wie sein Bruder damals – und für den großen Sohn startet nun Abenteuer Abitur. Vielleicht müsst ihr Folgendes dazu wissen.

In Berlin geht die Grundschule regulär bis zur 6. Klasse und danach geht es erst auf die Oberschule. Je nachdem, wofür man sich entscheidet, absolviert man dann insgesamt 12 oder 13 Jahre, bis man sein Abitur geschafft hat. Geht man auf das Gymnasium fällt quasi die 11. Klasse weg und es geht nach der 10. Klasse direkt in das 1. Semester für das Abitur. Das ist natürlich sehr reizvoll und der Wunsch auf ein Gymnasium zu gehen recht groß bei vielen.

In der 6. Klasse der Grundschule hier in Berlin fängt man an sich zu orientieren, Tage der offen Tür auf Oberschulen zu besuchen und sich dann mit dem Halbjahreszeugnis für diese zu bewerben. Man gibt drei Wunschschulen an und hofft natürlich, dass es eine von diesen dann auch wird. Bevorzugt natürlich der Erstwunsch.

Früher klappte das auch meistens ganz gut

Ich meine mich zu erinnern, dass wir früher nie groß bangen mussten, ob wir auf eine unserer Wunschschulen kommen würden. In den letzten Jahren musste ich jedoch miterleben, dass viele aus unserem Bekanntenkreis nicht dieses Vergnügen hatten und dann vom Schulamt auf eine andere Schule geschickt wurden. Entweder in einem echt miesen Einzugsgebiet, eine Schule mit schlechtem Ruf oder sehr weit weg. Alle drei Optionen sind nicht unbedingt optimal und das macht einen als Elternteil doch ziemlich nervös.

Bei sehr beliebten Schulen habe ich sogar Bewerbung Szenarien erlebt, die einem Bewerbungsgespräch für einen hoch bezahlten Job entsprechen und am Besten fängt man schon in der Kita an einen Ordner mit speziellen Auszeichnungen, Urkunden und Nachweisen zu erstellen, um später vorzuweisen, was das Kind alles krasses in den 6 ersten Schuljahren schon so geleistet hat. Damit hat es deutlich bessere Chancen, als wenn es einfach nur Kind gewesen ist. Eine Mutter erzählte mir, dass ihr Sohn gefragt wurde, ob er vom DFB gescoutet wäre, als er sich für die Sportklasse der Oberschule beworben hätte. Ich meine…hallo? Was läuft denn da bitte schief?

Klar, dass Schulen, die sehr beliebt sind und dementsprechend viele Bewerbungen erhalten (deutlich mehr als sie Plätze zur Verfügung haben) sich überlegen müssen, wie sie am besten ein faires Auswahlverfahren entwickeln, das kann ich ja verstehen. Aber mir gefällt überhaupt nicht, in welche Richtung sich das entwickelt.

Daher waren wir auch sehr froh, dass der große Sohn schon untergebracht war

So nervös wir wegen der Entscheidung des frühzeitigen Wechsels waren, desto glücklicher waren wir, als alle seine Freunde auf einmal um ihre Schulplätze bangen mussten und er einfach schon sicher und angekommen war. Zumal er den Vorteil hatte, dass er sich nicht noch umgewöhnen musste. Er war ja schon mittendrin. Man unterschätzt oft, wie viel die Kinder da zu wuppen haben, gerade, wenn sie sich selbst auch in einer ziemlich massiv hormonellen und persönlichen Umstellung befinden. Da kommt einiges aufeinander.

Daher finde ich es eigentlich gar nicht schlecht, dass mit der 5. und 6. Klasse irgendwie so eine Art Übergang geschaffen wurde. er hat sich zumindest beim großen Sohn bewährt und der kleine wollte diesen Weg nun auch gerne gehen.

Aufgeregt waren wir hier nur, weil beide doch ziemlich unterschiedliche Schulkinder sind. Sie sind beide pfiffig und haben eine gute Auffassungsgabe, aber der kleine Sohn ist doch kindlicher, als es der große in dem Alter war. Der war schon immer seinem Alter irgendwie ein zwei Jahre voraus und fühlte sich bei Älteren schon immer besser aufgehoben. Der kleine Sohn ist irgendwie mit allem kompatibel. Sei es Ältere oder Jüngere. Er fügt sich gut ein. Deshalb hatten wir auf sozialer Ebene auch keine Bedenken, da er sehr offen ist und schnell Zugang zu neuen Menschen findet.

Doch wie waren nun die ersten Tage?

Natürlich waren wir aufgeregt. Wie würden die Stundepläne aussehen. Würden die Kinder den Schulweg täglich zusammen machen können (nein, können sie leider nicht). Wie ist die neue Klasse, die neuen Lehrer… so viele Fragen. Und wie ist das Fazit nach zwei Wochen?

Gar nicht mal so schlecht. Der kleine Sohn hat 22 Mädchen und 10 Jungs in seiner Klasse, was ich doch recht heftig finde. Aber es scheint erst einmal ok zu sein. Da hatte ich doch so meine Bedenken. Die meisten Lehrer findet er nett und aktuell feiert er vor allem seinen Lateinlehrer und nachdem was er so erzählt hätte ich mir den auch für den großen Sohn gewünscht. Also wer weiß, vielleicht lernen wir diese Sprache ja doch noch lieben *lach*.

Auch die Stundenpläne halten sich in Grenzen, auch wenn sie leider nicht so parallel laufen, wie ich es mir gewünscht hätte. Also müssen wir den Schulweg doch anders üben als geplant und wuppen ihn – so lange es geht – gemeinsam mit dem Rad. Und auch das klappt erstaunlich gut. Nach ein zwei Mal üben haben wir inzwischen ein gutes Tempo drauf und kommen recht Stress frei morgens an mit viel zeitlichem Puffer.

Auch der große Sohn ist soweit mit seinen Lehrern zufrieden, wenn man mal davon absieht, dass sein LK Englisch Lehrer die ersten zwei Wochen vor allem durch Abwesenheit glänzt und er so auch soft mit etwas reduziertem Unterricht in das für ihn neue Kurssystem startet. Er genießt vor allem, dass er nicht mehr ständig im gleichen Klassenverbund unterwegs ist und so Auszeiten von bestimmten Menschen hat.

Natürlich ist das frühe Aufstehen jeden Tag eine Herausforderung für uns alle, zumal jetzt alle gleichzeitig los müssen und auch die Tatsache, dass so ein Schultag jetzt auch mal bis 17 Uhr gehen kann, kommt nicht ganz so gut an. Aber im Groben sind wir gut in diese erste Zeit reingekommen und ich hoffe, wenn der richtige Schulalltag mit Lernen und Hausaufgaben dann los geht, dass wir auch weiter ganz gut damit zurecht kommen. Mal sehen, wie es in ein zwei Monaten dann aussieht…

Frau Mondgras – Das bin ich, Sari. Gerne auch als Sari Mondgras bekannt und im Internet zu finden. 2-Fach-Mutter, Heldenehefrau, Kreativling, Harmoniesüchtig und ständig auf der Suche nach Glück. Ich komme aus Berlin, bin hier aufgewachsen und lebe hier seit ich denken kann.

6 Kommentare

  • bullion

    Spannend wie unterschiedlich die Schulsysteme der Länder doch sind. Hier in Bayern muss man sich ja schon nach der 4. Klasse entscheiden, ob man aufs Gymnasium, Real- oder Mittelschule geht. Das ist nach meinem Empfinden eigentlich zu früh. Naja, aber hat wohl alles so seine Vor- und Nachteile.

    Freut mich auf jeden Fall zu hören, dass sich deine beiden ganz gut in ihre spannenden neuen Schulrealitäten (Abitur und Gym) reingefunden haben. Und ja, puh, das frühe Aufstehen und Nachmittagsunterricht wird auch bei uns einiges durcheinanderwirbeln wieder.

    • Sari

      Ich weiß auch nicht, was ich jetzt besser finde. Früher die Schule wechseln oder mehr Zeit haben. Beides hat seine Vor- und Nachteile… aber ich finde es auch schwer von 16 Jährigen dann schon zu erwarten, dass sie einen Plan davon haben, was mal aus ihnen werden soll..

  • Suzu

    Dass in Berlin die Grundschule bis zur 6. Klasse geht, habe ich tatsächlich mal von einer Exberlinerin gehört, die zur 7. Klasse nach Franken umgezogen ist und mit mir dann an einer Realschule war. Das hatte mich damals sehr gewundert, da ich das so gar nicht kannte und dachte das Schulsystem ist überall in Deutschland gleich.

    Schule bis 17 Uhr finde ich aber auch krass. o.O

    In Bayern startet in 8 Tagen die Schule. Für uns geht es nun am Mittwoch los mit Kindergarten. Bin ich froh, dass wir für die Schule noch etwas Zeit haben.

    • Sari

      Das mit 17 Uhr kenne ich aber auch noch aus der Oberschule und Ausbildungsschule. Das waren halt meist die Sportkurse usw… Und dafür dann mittendrin manchmal unmenschlich lange Pausen, die man irgendwie nicht effektiv nutzen konnte.

  • Mesalunita

    Wir hatten diesen großen Gymnasiumswechsel vor knapp 3 Jahren auch hinter uns. Allerdings bei uns in Sachsen-Anhalt auch schon nach der 4. Klasse. Bei uns musste damals auch eine Wunsch und eine Asuweichschule angegeben werden. Wir hatten das Glück, dass unser Wunsch in unserem Einzugsgebiet kein Problem war und man uns gleich bei den Schulmessen gesagt hat, dass dieser Wunsch zu 99% erfüllt werden kann. Da waren wir danns chon beruhigt und nicht ganz so nervös, als dann das endgültige Ergebnis im Briefkasten lag. Aber auch hier gibt es Bewerbungsgespräche, Bewerbertest etc. an verschiedenen Schulen. Teilweise, sow ie du beschrieben hast auch schon, um auf eine spezielle Wunschgrundschule zu kommen. Ich war damals verblüfft, als meine Große 4 Jahre alt war und mir die anderen Muttis erzählt haben, dass sie sich bereits auf eine bestimmte Grundschule beworben haben – mind. 2 Jahre bevor sie eingeschult wurden, teilweise lieber sogar schon vorher. Da war ich gedanklich noch überhaupt gar nicht so weit, was mal ist, webnn es heißt sie wird eingeschult. Zum Glück hat es bei uns bisher also Wunschmäßig immer funktioniert, aber ist schon teilweise gruselig. Einige die damals mit in die 5. Klasse gekommen sind, kamen von überall aus dem Stadtgebiet. Bei denen hat es sich also nur um eine Ausweichschule gehandelt. Sows finde ich schade, da die Kinder dadurch teilweise 1h und länger früh und abends unterwegs sind. Gruppenarbeit etc. ist somit oft nur mit viel Planung möglich. Sehr schade.
    Aber schön, dass es bei deinen Jungs gut läuft. Meine Große hat auch seit der 7. Klasse 8 Std. und muss daher bis ca. 15:30 Uhr dort sein und anschließend knapp 45 Min bis nach Hause fahren. Nun in der 8. hat sie das Pech leider sogar an 2 Tagen. Ist schon ganz schön lange immer.

    • Sari

      Der kleine hat auch 2 Tage die Woche bis 15.30 Uhr wegen Sport. Das ist schon eine ordentliche Umstellung. Aber ja, krass, wie massiv das teilweise ist. Wir wurden ja schon wegen Kitaplatz damals belächelt, dass wir uns nicht am besten schon vor Kinderwunschplanung um einen bemüht hatten. Stellenweise sind hier wirklich massive Zustände zu verbuchen und ich bin definitiv froh, dass die Wunschwege bei uns bisher ganz gut geklappt haben.

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