Rad
Featured,  Weltenbummler

Sightseeing mit dem Rad statt Kinobesuch

Zu Hause herrscht Chaos. Teils geplant, teils ungeplant und damit sind einige locker anivisierte Pläne einfach mal auf Eis gelegt bzw. verschoben. Stattdessen: Baustelle, Lärm und Unordnung. Japp… so sehen die Ferien hier derzeit aus. Aber was soll ich sagen: Wenn die Dinge fertig werden sollen, muss man sie ja auch irgendwann angehen, oder?

Der große Sohn kam dann gestern spontan auf mich zu, der kleine hatte schon lange das Haus verlassen um den Tag bei einem Freund zu verbringen. “Komm Mama, ich gehe mit dir ins Kino”, sagte er plötzlich. Nach kurzer Überlegung entschieden wir ein weiter entferntes Kino zu nehmen und dort mit dem Rad hinzufahren. Knapp 15 km Weg warteten auf uns. Und am Ende des Tages kam dann alles ganz anders als geplant.

Ich ging die Sache locker an

Tatsächlich checkte ich im Vorfeld nicht, wann der Film laufen würde. Da er erst seit dem 09.07. im Kino ist, dachte ich, wird es mehrere Vorstellungen geben. Und so fuhren wir einfach ganz entspannt los und wollten die Zeit notfalls überbrücken, in dem wir am Kurfürstendamm ein wenig rumschlenderten. Wer hätte gedacht, dass es eben doch weniger Vorstellungen sind und dann doch einige entweder in Englisch oder 3D und beides hatten wir so eigentlich nicht geplant.

Rad
Spontan umentschieden für eine Radtour

Nach kurzem Hin und Her und checken der Stadtkarte entschieden wir noch einmal weitere 3 km zu einem anderen Kino zu fahren, wo allerdings in unserem Zeitfenster nur noch eine englische Vorstellung möglich war. Kurz überlegten wir, ob wir einfach den Film auf Englisch schauen oder ob wir lieber einfach eine Stadttour aus dem Tag machen wollten. Nachdem wir nämlich nun bereits am Olympiastadion, dem Funkturm, dem Zooologischen Garten und ein zwei anderen typischen Sehenswürdigkeiten vorbei gefahren waren, hatten wir gemerkt, dass uns das irgendwie Spaß macht.

Rad
Vorbei am Zoo

Und so kam es, dass wir statt Kino lieber Sightseeing betrieben

Stück für Stück suchten wir uns mit dem Navi das nächste Ziel heraus, immer im Hinterkopf behaltend, dass wir den gesamten Weg später auch wieder zurück fahren müssten. So fuhren wir schließlich vom Potsdamer Platz weiter an der Mall of Berlin und diversen Botschaften vorbei bis zum Alexanderplatz und damit auch zum Fernsehturm und dem Roten Rathaus, wo wir eine kleine Rast im Alexa machten.

Potsdamer Platz
Der Potsdamer Platz darf nicht fehlen

Ein leckeres Eis und einem Refresher Getränk später überlegten wir, wohin wir als Nächstes könnten. Ein kurzer Blick aufs Navi und wir entschieden uns weiter bis zur Uber Arena zu fahren. Hier gab es ein UCI Kino, das wir allerdings nicht mehr für den Film aufsuchen wollten, sondern um einen speziellen Popcorn-Eimer zu bekommen, den man dort angeblich auch ohne Kinoticket kaufen konnte. Das Popcorn wollten wir dann für das Halbfinale am Abend mit nach Hause nehmen.

Mauerweg
Am Mauerweg entlang

Ehrlich Leute, wenn mir einer Mal gesagt hätte, dass ich mit dem Fahrrad quer durch Berlin bis zur Uber Arena fahren würde – eine Strecke die ich sonst immer mit den Öffentlichen mit dem großen Sohn zu irgendwelchen Spielen gefahren bin – ich hätte es selber nicht geglaubt. Über 20 km waren das. Uff…

Uber
Da ist tatsächlich die Uber Arena

So langsam bekamen wir dann auch Respekt vor der Strecke

Immer wieder hatte ich den Sohn gefragt, ob er sich sicher wäre, ob wir nochmal ein Stück weiter wollten, aber er meinte jedes Mal: “Wenn wir eh schon so weit sind, können wir das jetzt auch noch machen.”

Trotzdem mussten wir doch über uns beide schmunzeln, als wir etwas stöhnten mit Blick auf den nun kommenden Rückweg. Wir wählten die Route für diesen so, dass wir anders fuhren, als auf dem Hinweg. Und so kamen wir dann auch noch am Reichstag, dem Brandenburger Tor und der Siegessäule vorbei, während wir einen Teil der Strecke durch den Tiergarten fuhren. Ich konnte dem Sohn außerdem das Holocaust Denkmal zeigen und wir schwelgten ein wenig in Erinnerungen, weil wir teilweise durch Straßen fuhren, wo wir früher den Papa bei der Arbeit besuchten, als der Sohn noch klein war. Auch das Charlottenburger Schloss lag auf unserer Route, so dass wir am Ende des Tages tatsächlich eigentlich alle Sehenswürdigkeiten Berlins irgendwie mitgenommen hatten.

Rad
Ganz viele Sehenswürdigkeiten

Am Ende des Tages…

… waren wir megastolz auf uns, aber auch total erledigt. Als ich zu Hause die Uhr mit der App synchronisierte und wir das Ergebnis unserer Tour vor Augen hatten, waren wir schon ziemlich überrascht. Knapp 48 km hatten wir an diesem Tag hingelegt und sind damit quasi 1/3 des Berliner Mauerwegs abgefahren *lach*. Also statt Kino dieses Mal ganz viel Sightseeing und ordentlich Schmerz in den Beinen und dem Popo am Abend *lach*.

Das werden wir die nächsten Tage sicherlich noch eine Weile spüren, aber es steht ja noch der Kinobesuch aus, den wir ja dann nachholen können. Da müssen wir uns nicht bewegen. Aber ich muss sagen, es hat schon ordentlich Spaß gemacht und wir konnten dem Lärm zu Hause etwas entfliehen.

Frau Mondgras – Das bin ich, Sari. Gerne auch als Sari Mondgras bekannt und im Internet zu finden. 2-Fach-Mutter, Heldenehefrau, Kreativling, Harmoniesüchtig und ständig auf der Suche nach Glück. Ich komme aus Berlin, bin hier aufgewachsen und lebe hier seit ich denken kann.

2 Kommentare

Eine Antwort schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert