Das Lebens ABC – V wie Verlieren
So richtig Fuß gefasst habe ich noch immer nicht in einem geregelten Alltag. Naja, regeln lässt es sich aktuell ja auch eher schwerer, wenn es keine feste Zeit zum Aufstehen gibt usw. Aber vielleicht lege ich mir mal eine gute Ferienroutine zu oder so. Heute starten wir den Tag mal wieder mit dem Lebens ABC (na gut, eigentlich war ich schon eine Runde im Pool kneipen und habe für alle Brötchen geholt).
Inhaltlich geht es darum zu jedem Buchstaben des Alphabets ein Wort zu finden, das in unserem Leben eine wichtige Rolle spielt und dann dazu ein wenig zu erzählen. Die Vielfalt der Wörter erlaubt es uns dabei mehrere “Runden” in diesem Projekt zu drehen. Wer mehr darüber wissen möchte, konnte bei Sven alles Wichtige dazu nachlesen, leider geht die Seite aktuell nicht. So viel zur Einführung, die hier immer gleich ausfallen wird lach.
Hier mein bisheriges ABC: A-Alltag || B – Ball || C – Collaboration || D – Disney || E – Ehrenamt || F – Fahrrad || G – Garten || H – Haardrama || I – Irland || J – Jasmin || K – Katzen (-mutti) || L wie Laufen || M wie Mama (sein) || N wie Natur || O wie Organisation || P wie Paket || Q wie Quatsch || R wie Reisen || S wie Schwester || T wie Tassen || U wie Urlaubsreif ||
Das Lebens ABC – V wie Verlieren
Kurz habe ich überlegt bei Buchstaben V das Thema Verreisen aufzugreifen, das fällt bei uns dieses Jahr aber irgendwie aus oder in den Bereich “Unsicherheiten”, so dass ich da gar nicht so viel zu zu sagen habe ausser das, was ich beim U wie Urlaubsreif schon sagte: Der Cut würde mir jetzt gut tun und der Blick aufs Meer erst recht (oder auf ein märchenhaftes Schloss), aber das muss wohl erst einmal warten.
Also wieder meinem Impuls gefolgt und das Wort gewählt, das mir beim Buchstaben V tatsächlich als erstes in den Sinn kam: Verlieren.
Aber keine Sorge… hier kommt jetzt kein pessimistischer oder gar negativer Beitrag. Ich stehe nämlich in einem recht gesunden Verhältnis dazu zu verlieren.
Ich kann nämlich ganz gut verlieren
Zumindest, wenn es um Spiele geht. Egal ob beim Computerspiel oder beim Gesellschaftsspiel. Der eine oder andere würde sich hier sicherlich ab und an mal etwas mehr Ehrgeiz von mir wünschen, aber wenn ich mit anderen zusammen ein Spiel spiele, dann liegt für mich vor allem die gemeinsame Zeit und der Spaß im Fokus und das bringe ich nicht unbedingt damit in einen Zusammenhang, dass ich hierbei als Gewinnerin hervor gehen muss.
Tatsächlich kann ich ganz gut verlieren und bin damit ziemlich im Reinen. Aber ja, es bedeutet auch, dass ich nicht so konzentriert und fokussiert an bestimmte Spielzüge herangehe, wie es andere tun und da bei mir die gemeinsame Zeit im Fokus steht, übersehe ich auch gerne mal bestimmte Spielzüge, die anderen dann wiederum in die Hand spielen. Das könnte manchmal glatt wie abgesprochen aussehen, aber in der Realität war ich einfach nur nicht aufmerksam genug.
Manchmal bilde ich mir auch ein, dass ich eine ganz schlaue Taktik gefunden hatte, die tatsächlich auch dann und wann gut funktioniert, aber in der Regel stellt sich heraus, dass ich ziemlich daneben lag und zack, habe ich mal wieder verloren. Nicht schlimm, gehört dazu.
Aber natürlich schiebe ich auch mal Frust
Das heißt natürlich nicht, dass das jedes Mal so total an mir vorbei zieht, aber meistens hat es dann weniger mit mir zu tun als eher damit, dass ich das Gefühl habe, dass da jemanden, der mir wichtig ist, Unrecht getan wurde.
Wir werden durch den Fußball der Kinder natürlich regelmäßig mit solchen Situationen konfrontiert, in denen sie Spiele oder Turniere auch mal verlieren. Nicht immer zu Recht. Verlieren ist nicht schlimm, wenn man sein Bestes gegeben hat und es mit einem Gegner zu tun hatte, der halt einfach überlegen war. Da spiegelt das Ergebnis gerne auch mal nicht das wider, was wir auf dem Feld gesehen haben. Verlieren, wenn man einfach nur Grütze auf dem Feld gezeigt hat, auch das gehört dazu und dann muss man mit dem Ergebnis leben. Und auch das versuchen wir den Kindern immer wieder zu vermitteln.
Zu verlieren, weil ein Schiri auf Zuruf reagiert, ein gegnerischer Trainer noch nie etwas von Fairplay gehört oder Eltern sich nicht zurück halten können, das hinterlässt einen faden Beigeschmack und das hängt uns dann auch durchaus ein Weilchen nach und lässt uns nicht los. Aber ich glaube, das ist durchaus auch normal, oder?
Eine kleine Sidequest?
Wenn ich jetzt noch gaaaaanz ehrlich mit mir ins Gericht gehe, dann gibt es natürlich auch noch andere Bereiche, in denen ich auch mal Frust schiebe, wenn ich verliere. Auch wenn ich lange nicht mehr dazu kam und bei Weitem nicht mehr die Zeit investieren kann, wie früher. Wenn ich ein Konsolen-Spiel spiele. Ich liebte so Spiele wie “Final Fantasy” oder “Kingdom Hearts”, wo man einer Storyline folgt, Umgebungen erkundet und gemeinsam Abenteuer erlebt. Hier trifft man natürlich immer wieder mal auf Gegner, die sich eher schwerer besiegen lassen und oh maaaan… zu verlieren, nachdem man gefühlt eine Stunde lang mit Zaubertränken, Heilungen und Ehrgeiz den Gegner fast hatte und man weiß, dass man nun wieder von Vorne anfangen muss… sorry, aber da macht Verlieren wirklich keinen Spaß *lach*.
Immerhin habe ich mir die Gegner nie großartig dann durch andere besiegen lassen. Manchmal habe ich nur nach Tage langen Versuchen die Walkthroughs aus dem Internet gesucht und mir Tipps geben lassen, wie es klappen könnte (mal abgesehen vom “level mal noch 30 Level hoch… sehr zermürbend).
Im Großen und Ganzen kann ich das aber ganz gut
Verlieren ist nicht schlimm. Meistens lernt man daraus und versucht es beim nächsten Mal anders zu machen. Im Idealfall. Manchmal scheint man auch lernresistent zu sein und läuft immer wieder auf die gleiche Weise gegen die Wand, aber auch das ist wohl auf lange Sicht einfach ein Prozess.
Zu verlieren heißt ja nicht gleich zu versagen. Entweder man hatte es einfach mit einem stärkeren Gegenspieler zu tun und es zeigt einem einfach nur, dass man noch üben muss oder man hat einen Fehler gemacht und Fehler gehören halt dazu.


