Rolle
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Ich bin…

In den letzten Tagen erwähnte ich immer wieder, dass sich zu meinem Status ein weiterer dazu gesellt hat und irgendwie musste ich heute Morgen darüber nachdenken. Was bin ich eigentlich? Welchen Status sehe ich bei mir? Welche Bezeichnungen? Ich glaube vor über 10 Jahren habe ich schon einmal einen ähnlichen Beitrag geschrieben (nachdem ich das Lied von Meredith Brooks gehört habe). Ha, ich habe ihn sogar wieder gefunden. Es sind ziemlich genau 10 Jahre. Verrückt. Wobei es hier wohl im die Rollenfrage geht und wenn ich so darüber nachdenke, ist dieser Beitrag heute nichts anderes. Es sind allerdings seit damals sicherlich noch einige andere Rollen dazu gekommen…

Ich bin ein Mädchen

Ganz typisch Als Kind mit Barbie gespielt und viele kleine Ponys gehabt. Ich hatte eine Cabbage Patch Kids Puppe und liebte die Geschichte mit den Kohlköpfen. Ich trug gerne schöne Kleider und schob meine Puppe in einem richtigen Kinderwagen durch die Gegend. Aber ich hatte auch immer irgendwie mehr Freunde als Freundinnen. Ich spielte gerne mit Jungs auf den Spielplätzen und tobte viel herum. Spielten wir Barbie, war ich nie die Prinzessin oder reiche Frau. Ich spielte immer liebe die beste Freundin, die im Wohnwagen lebte oder geerdeter war. Ja, so zumindest in meinen Erinnerungen. Ich war immer die Ruhigere und Vernünftigere. Ich mochte nie Schmuck. Ich hatte zwar süße und coole Ohrringe, aber sobald ich das Haus verließ, machte ich sie raus. Fühlte mich nie wohl damit. Als ich älter wurde, bestand auch hier mein Freundeskreis meist mehr aus Jungen als aus Mädchen. Mädchen waren mir irgendwie immer zu anstrengend. Zu zickig. Zu viel Drama. Die Mädels, die im Laufe meines Lebens mit begleiteten, waren die die Mädchen, die Minihandtaschen trugen und im typischen Orsay-Outfit herum liefen, sondern starke Charaktere. Also irgendwie war ich eine Mischung aus einem typischen Mädchen und irgendwie auch nicht. Lange Zeit trug ich auch gerne Hosen und weite dunklere Schlabberpullis.

Ich bin eine große Schwester

Ich war ca. 9 1/2 Jahre alt, als ich eine große Schwester wurde und ich liebte alles daran. Eifersucht gab es nicht wirklich. Aber ich war eben auch 9 Jahre lang ein Einzelkind und ja, manchmal verhielt ich mich auch so. Lag aber sicherlich auch daran, dass ich 9 Jahre lang das einzige Kind in der Familie war (mit der wir viel zu tun hatten) und so natürlich auch viel Aufmerksamkeit bekam. Und dann war ich plötzlich eine große Schwester. 4 Jahre lang teilten meine Schwester und ich uns sogar mal ein Zimmer. Bei mir ging es gerade mit den Jungs los, was es sicherlich nicht immer einfach machte, aber irgendwie klappte es. Ich begleitete meine Schwester zum Tanzunterricht und brachte sie oft dorthin, wo sie hin sollte. Sie war aber auch viel bei mir. Auch als wir umzogen und ich wieder ein eigenes Zimmer eine Etage höher hatte kam sie oft zu mir hoch, wir spielten zusammen Playstation oder sahen fern. Als ich auszog war sie oft dabei, wenn wir bei uns in der Wohnung feierten. Aber es gab auch eine Phase, in der wir ganz fern voneinander waren. Nie so richtig, aber irgendwie eben schon. Und dann änderte sich wieder alles. Am Ende bildeten wir eben doch immer eine Konstante füreinander und ich erwähne uns immer gerne für ein Positiv-Beispiel, wenn zwischen Geschwistern fast 10 Jahre Altersunterschied sein können.

Ich bin eine Freundin

Das kann man jetzt aus zwei Perspektiven betrachten. Ich bin eine Freundin für andere. Da, wenn ich gebraucht werde. Ich kann zuhören und Ratschläge geben. Ich kann mich nicht gut melden und ich telefoniere wirklich so gar nicht gerne. Aber ich bin immer da, wenn ich gebraucht werde und die Menschen, die ich um mich versammelt habe, die kann ich nach langer Zeit wiedersehen und es ist, als ob das Letzte mal erst gestern war. Ich bin vor allem aber eine treue Freundin, die (leider) auch schnell vergibt und viel einsteckt, um eine Freundschaft zu erhalten, da ich ständig auf Harmonie bedacht bin. Konflikte mag ich nämlich gar nicht. Das ist nicht immer gesund in einer Freundschaft, aber man kann davon ausgehen, dass ich eine sehr zuverlässige Freundin bin, auch wenn mein Meldeverhalten manchmal echt zu wünschen übrig lässt.
Ich bin aber auch die Freundin meines Mannes und meiner Kinder. Sie sollen immer das Gefühl haben jederzeit zu mir kommen zu können.

Ich bin eine Mutter

“Nächstes Level freigeschaltet”, sage ich immer gerne in dem Fall. Ab dem Zeitpunkt, wo man Mutter wird, betritt man eine vollkommen neue Spielfläche mit neuen Herausforderungen und Endbossen. Oh man. Ein Level wird härter als das andere und am Ende hat man das Gefühl in einem stetigen Kampf zu sein. Vor allem wenn es darum geht sich sorgen zu machen. Gleichzeitig liebe ich dieses neue Spiel. Wenn man Mutter wird verändert einen das nochmal vollkommen. Es ist, als ob man ein neuer Mensch wird. Neue Regeln gelten und es werden ständig neue Ängste freigeschaltet.

Ich bin eine Tochter

Tatsächlich bin ich aber auch selber noch ein Kind. Eine Tochter. Und an manchen Tagen möchte man das einfach auch ganz entspannt sein dürfen, oder? Nicht die Verantwortung für etwas tragen und die Entscheidungen fällen müssen. Manchmal will ich einfach Kind sein und spielen. Hachja…

Ich bin ein Spielkind

Das ist euch sicherlich auch schon aufgefallen. Das Kind in mir will nie ganz Ruhe geben. Ich liebe es in magische Welten abzutauchen, kleine Verrücktheiten zu machen und aus meiner Erwachsenenrolle auszubrechen. Ich feire für mich selbst Kindergeburtstage, baue Lego, bastle Dekorationen und hüpfe durch Himmel und Hölle Spiele. Ich schaue Kinderfilme und knuddle meine Kuscheltiere, die ich immer noch habe oder ja auch ab und zu immer noch kaufe. Das Spielkind in mir braucht seinen Freiraum.

Ich bin eine Sportlerin?

Wäre ich zumindest gerne und vielleicht darf ich mich ja auch ein bisschen so nennen. Als Kind habe ich Ballett getanzt, war beim Akrobatik und beim Modern Dance. Ich habe früher gerne auch Badminton gespielt und war bis zum meinem 9. Lebensjahr in der Tanzschule und in Aufführungen. Dann war lange nichts und in der Oberschule ging ich ganz schön auseinander, nachdem ich unter den Verhaltensweisen meiner Mitschüler zu tun hatte. Dann kam der Umschwung und ich konnte alles wieder halbwegs gerade biegen. Seit 15 Jahren mache ich immer wieder Cardio, Spaziergänge und mehr und seit Corona gehe ich regelmäßig laufen, bin viel mit dem Rad unterwegs, mache Yoga und nach…irgendwie ist es ok sich so zu nennen, oder?

Bin ich noch eine Künstlerin?

Seit ich denken kann habe ich gezeichnet und gemalt. Es gehörte zu meinen größten Hobbys und ich habe manchmal Tage in ein Bild investiert. Zufrieden war ich nie so richtig. Ab und an mache ich das heute noch, aber die Ruhe fehlt mir doch irgendwie für größere Projekte. Allgemein war ich vor 10 Jahren noch deutlich kreativer unterwegs und habe so viel selbst gemacht. Sei es gehäkelt, genäht, gezeichnet, gebastelt und mehr… manchmal fehlt mir das schon ein bisschen.

Ich bin Betreuerin

Vor Jahren reingerutscht in diese ehrenamtliche Rolle. Ich war eh immer am Platz und damals ging es nur um ein bisschen Unterstützen. In 10 Jahren ist das ganz schön ausgeartet und nimmt so viel meiner Zeit ein. Man tut Gutes und hilft an vielen Stellen, ist eine Anlaufstelle für die Kids und es ist eine wirklich tolle Sachen. Aber an manchen Tagen auch sehr belasten.

Es gibt so viele Rollen…

Es gibt wirklich viele Rollen, in die man sich packen kann. Vorbild. Hausfrau. Putzfrau. Seelensorge. Und es variiert immer ein wenig, wo man sich gerade mehr sieht. Als ich vor zwei Jahren mal gefragt wurde, was mich ausmacht, merkte ich, dass ich mich fast nur über die Sachen definiere, die für die Kinder eine Rolle spielen und mich selbst dabei total aus den Augen verloren hatte. Das finde ich grundsätzlich gar nicht schlimm, denn ich werde meine Kinder nicht ewig um mich haben und dann verlagert sich alles wieder. Aber das macht es irgendwie auch spannend, oder? Nun kommt eine neue Pahse für mich dazu…

Ich bin Tante!

Vielleicht mein Highlight in diesem Jahr. Wo meine eigenen Kinder nun schon so groß sind, ist da plötzlich wieder ein kleines Baby und irgendwann wird es mich Tante nennen, wenn es soweit ist. Ich hoffe, ich werde diese Rolle gut erfüllen und auch für diesen Menschen ein wichtiger und wertvoller Ansprechpartner werden, zu dem er immer kommen kann. Eine neue Rolle, die ich wirklich mit Freunden und offenen Armen annehme.

Welche Rollen fallen dir noch ein?

Für dich? Für mich? Welche Schubladen, Bezeichnungen, Rollen kennst du noch, wie definierst du sie und welche siehst du noch bei dir? Und was mich ja ganz besonders interessiert: Welche siehst du noch bei mir, die ich hier heute vergessen habe? Aktuell kursiert auf Instagram ein Trend, den ich ganz nett finde. Dabei erstellt man eine Frage “Sari wäre nicht Sari ohne” und ihr schreibt die Antworten in den Kasten. Also was wäre eine Sari hier auf dem Blog nicht ohne? (Noch so eine Rolle übrigens: Bloggerin).

Frau Mondgras – Das bin ich, Sari. Gerne auch als Sari Mondgras bekannt und im Internet zu finden. 2-Fach-Mutter, Heldenehefrau, Kreativling, Harmoniesüchtig und ständig auf der Suche nach Glück. Ich komme aus Berlin, bin hier aufgewachsen und lebe hier seit ich denken kann.

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